Muslimischer Gelehrter: So hängen Islam und Terrorismus zusammen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MUSLIMS
Muslime demonstrieren für Frieden | Sergio Perez / Reuters
Drucken
  • In Barcelona haben zahlreiche Muslime gegen Terror demonstriert
  • Yaha C. Staquf ist Islamgelehrter und Generalsekretär der größten Muslim-Organisation der Welt
  • Er erklärt, wie der Terrorismus und der Islam zusammenhängen – und zeichnet ein düsteres Bild

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Islam und Terrorismus? Eine Frage, die insbesondere nach Anschlägen immer wieder gestellt wird.

"Es gibt einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Fundamentalismus, Terror und den Grundannahmen der islamischen Orthodoxie", sagt nun der Islamgelehrte Yaha C. Staquf im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Staquf ist Generalsekretär der größten Muslim-Organisation der Welt, der indonesischen "Nahdlatul Ulama".

Staquf weiter: "Westliche Politiker sollten aufhören zu behaupten, Extremismus und Terrorismus hätten nichts mit dem Islam zu tun."

"Friedliches Zusammenleben tendenziell unmöglich"

Die Vorstellungen des westlichen Islam seien mit westlichen Werten unvereinbar. Staquf begründet das mit dem "Verhältnis von Muslimen zu Nichtmuslimen, zum Staat und zum Recht".

Der Islam in dieser Auslegung stelle sich in Feindschaft zu Anders- oder Nichtgläubigen. Das "macht ein friedliches Zusammenleben in multikulturellen, multireligiösen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts tendenziell unmöglich".

Staquf ist nicht der erste, der einen solchen Zusammenhang herstellt. Und er wird auch nicht der letzte sein.

Der radikale Islamismus ist eine politische Ideologie

"Wir müssen uns die Frage stellen, wie solche Ungeheuer im Namen unsere Religion entstehen", sagt auch der Islamismus-Experte Ahmad Mansour über Terroristen, die sich auf den Islam beziehen.

Das stimmt. Und sicher: Die Kriminellen des IS benutzen den Islam, weil er ihnen ein gebräuchliches Koordinatensystem bietet. Dadurch ist es ihnen gelungen, Anschluss zu finden.

Aber: Der radikale Islamismus ist eine politische Ideologie, keine Religion. Seinen Vertretern geht es nicht um Erlösung und den Einzug ins Paradies, sondern um irdische Macht. Nicht umsonst konnte der IS zur reichsten Terrororganisation der Welt aufsteigen.

Und: Dass die große Mehrheit der Muslime in Frieden leben will, zeigte diese Reaktion auf den Anschlag von Barcelona. Muslime gingen auf die Straße, um ein klares Zeichen zu setzen: "Wir sind gegen den Terror!" (siehe Video)

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

(nsc)

Korrektur anregen