Die USA haben ihre Afghanistan-Strategie überarbeitet - wie genau, ist allerdings unklar

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DONALD TRUMP
US-Präsident Donald Trump kündigt seine neue Afghanistan-Strategie an | NICHOLAS KAMM via Getty Images
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  • Donald Trump hat am Montagabend eine Rede an die Nation gehalten
  • Angekündigt hatte er eine neue Strategie für Afghanistan
  • Viel Neues hatte der US-Präsident allerdings nicht zu verkünden

Die USA haben ihre Einsatzstrategie in Afghanistan neu geordnet. Wie genau, hat Präsident Donald Trump allerdings nicht verraten.

Stattdessen versprach er am Montagabend vage den Sieg über die Terroristen und erklärte, dass die USA künftig keine Details ihrer Militäreinsätze mehr öffentlich machen würden. Auch über die genaue Anzahl der eingesetzten Truppen würden die USA nicht mehr informieren.

"Ich habe schon häufig gesagt, wie schädlich es für die Vereinigten Staaten ist, im Vorhinein anzukündigen, wann wir Militäraktionen beginnen oder beenden", sagte Trump.

Außerdem erklärte er: Die USA wollten den Afghanen nicht vorschreiben, wie sie ihre sehr komplexe Gesellschaft zu gestalten hätten. "Wir bauen kein Land auf, sondern wir töten Terroristen."

Kampf gegen die Taliban verstärken

Trump erklärte dann vage seine Ziele:

Der Kampf gegen Terroristen von Al-Kaida und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) solle verschärft, eine Übernahme des Landes durch die Taliban aktiv verhindert werden.

Die USA würden sich jedoch nicht mehr daran beteiligen, ein fremdes Land nach ihrem Modell zu verändern. "Am Ende ist es am afghanischen Volk, seine Zukunft in die Hand zu nehmen, seine Gesellschaft zu regieren, und einen unbefristeten Frieden zu erzielen", sagte Trump.

Er bezweifelte außerdem, dass die radikal-islamischen Taliban Teil einer politischen Lösung für Afghanistan sein können. Zwar sei es vorstellbar, dass irgendwann, nach einer effektiv geführten Militäroperation, eine politische Lösung erreicht werde, "die Elemente der Taliban enthält", sagte Trump. "Aber niemand weiß, ob und wann das jemals passieren wird", fügte er hinzu.

Trump vermied es, über eine Aufstockung der Zahl der bisher 8400 US-Soldaten am Hindukusch zu sprechen. Zuvor war in Medienberichten davon die Rede, die Zahl werde auf Vorschlag des Pentagon um 4000 erhöht.

Verteidigungsminister James Mattis hatte eine US-Truppenverstärkung indirekt angedeutet, indem er sagte, mehrere Verbündete hätten sich "ebenfalls" zur Erhöhung ihrer Truppenstärke bekannt. Was genau einige tausend mehr Soldaten mehr bringen sollen, ist allerdings unklar.

Verteidigungsminister deutet Truppenverstärkung indirekt an

Eine Truppenaufstockung ist ein politisches Spiel mit dem Feuer für Trump. Er hatte als Privatmann stets einen Rückzug aus Afghanistan gefordert und schon den Start der Operation durch den damaligen US-Präsidenten George W. Bush als großen Fehler bezeichnet. Trump war im Wahlkampf stets als Politiker aufgetreten, der sich gegen militärische Intervention einsetzt.

Am Freitag war mit Stephen Bannon der größte Gegner von Militärmissionen in der Regierung Trump zurückgetreten. Am gleichen Tag hatte Trump mit den Generälen in seinem Kabinett die Optionen für Afghanistan diskutiert.

Außerdem soll Indien stärker mit wirtschaftlicher Hilfe eingebunden werden. Dies wird als klare Drohung in Richtung Pakistan verstanden. Beide Atommächte gelten als Erzfeinde.

Die US-Truppen in Afghanistan erhielten künftig größere Freiheiten, um Terroristen und international agierende kriminelle Netzwerke ins Visier zu nehmen. "Diese Mörder müssen wissen, dass es für sie kein Versteck gibt", sagte Trump.

Trump begründet seinen Rückzug vom schnellen Rückzug

"Mein eigentlicher Instinkt war der Rückzug aus Afghanistan", sagte Trump. Er habe sich jedoch überzeugen lassen, dass ein schneller Truppenabzug aus Afghanistan negative Folgen haben könne, so wie sich das auch bereits im Irak ereignet habe. "Die Konsequenzen eines schnellen Rückzuges wären sowohl vorhersehbar als auch unakzeptabel", sagte Trump.

Stattdessen solle es nun keine zeitlichen Vorgaben mehr für die Operation am Hindukusch geben. Die Militäraktion soll stärker von politischen und diplomatischen Bemühungen flankiert werden. Dazu gehöre etwa das Austrocknen von Terrornestern im Nachbarland Pakistan, wo es noch immer Rückzugsgebiete gebe.

Kriege würden nicht durch "Mikromanagement in Washington" gewonnen, sondern auf dem Schlachtfeld.

Viele Worte, wenig Klarheit

Bleibt am Ende Frage: Wie verändert sich die Strategie der USA in Afghanistan? Die Antwort: Eigentlich gar nicht.

Der "New York Times"-Journalist David Sanger twitterte: "Mit Ausnahme der Tatsache, dass Trump die Einsätze nicht mehr zeitlich einschränken will, sieht Trumps Afghanistan-Strategie sehr nach der Strategie Obamas aus - nur mit weniger Truppen."

Ohne Fehler ging es bei Trump auch in dieser Rede nicht. So zitierte er den afghanischen Premier - das Problem: Eigentlich meinte Trump den afghanischen Präsidenten.

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(sk)

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