UN macht Nordkorea schwere Vorwürfe: Pjöngjang soll illegal Waffen an das Assad-Regime geliefert haben

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PYONGYANG
UN macht Nordkorea schwere Vorwürfe: Pjöngjang soll illegal Waffen an das Assad-Regime geliefert haben | KCNA KCNA / Reuters
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  • Laut einem UN-Bericht hat Pjöngjang und dem Assad-Regime illegal Waffen geliefert
  • Empfänger der Lieferungen: Eine Regierungsorganisation, die das chemische Waffenprogramm Syriens überwacht

Nordkorea hat offenbar illegal Waffen an die syrische Regierung geliefert. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht unabhängiger UN-Experten, der dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt wurde. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Besonders brisant: Die Organisation, die die Waffen empfing, ist für das chemische Waffenprogramm des syrischen Regimes zuständig.

Zwei solcher Lieferungen, die ursprünglich für Syrien bestimmt gewesen seien, seien in den vergangenen sechs Monaten von zwei UN-Mitgliedstaaten abgefangen worden, heißt es in dem UN-Bericht.

Hinzukommt “Ein weiterer Mitgliedstaat hat die Kommission über seinen Verdacht informiert, dass die Waren Teil des KOMID-Vertrags mit Syrien waren”.

Waffenlieferungen gehören zu Organisation auf der schwarzen Liste der UN

Heikel daran: KOMID ist die Kurzform für Korea Mining Development Trading Organization und bezeichnet ein Unternehmen, das bereits seit 2009 auf der schwarzen Liste der UN steht. Experten bezeichnen die Organisation als “Pjöngjangs zentralen Waffenhändler im Bereich ballistischer und konventioneller Waffen”, berichtet Reuters.

Empfänger der illegalen Waffenlieferungen waren zudem syrische Unternehmen, die laut der Europäischen Union und den USA zu den “Hauptunternehmen für das Scientific Studies and Research Center (SSRC)” gehörten - und das beaufsichtige seit Jahren das chemische Waffenprogramm Syriens.

Mehr zum Thema: Nordkorea ist keineswegs der isolierte Staat, für den ihn viele halten - das Kim-Regime unterhält ein verborgenes globales Netzwerk

Mindestens zweimal wurde im syrischen Bürgerkrieg das Nervengift Sarin eingesetzt

Im April verhängte das US-Finanzministerium sogar Sanktionen gegen 271 Mitarbeiter. Der Vorwurf: Sie sollen chemische Waffen für das Assad-Regime entwickelt haben. .

Vor diesem Hintergrund prüfen die UN-Experten auch den Einsatz von Nervengas. Zweimal sei im syrischen Bürgerkrieg bisher nachweislich das Nervengas Sarin eingesetzt worden, weitaus häufiger seien Angriffe mit giftigem Chlorgas.

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