Wie durch ein Wunder am Leben: Retter bergen Baby in Erdbebentrümmern auf Ischia

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ISCHIA
Trümmer auf Ischia | dpa
Drucken

Mehrere Stunden nach einem Erdbeben auf der italienischen Mittelmeerinsel Ischia haben Rettungstrupps am Dienstagmorgen ein Baby lebend aus den Trümmern eines Hauses geborgen.

Unter dem Applaus vieler Zuschauer sei der Junge seiner Mutter übergeben worden, berichtete die Agentur Ansa. Die Frau war Stunden zuvor aus dem Haus geborgen worden. Die Retter bemühten sich am frühen Morgen, zu den beiden älteren Brüdern des Geretteten vorzudringen.

Der Erdstoß der Stärke 3,6 hatte die Mittelmeerinsel vor Neapel am Montagabend gegen 21.00 Uhr getroffen, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit.

Mindestens 20 Verletzte, Touristen in Panik

Nach Angaben der Agentur Ansa wurde eine ältere Frau in dem Ort Casamicciola von Teilen einer Kirche erschlagen. Mindestens sieben Menschen würden unter Trümmern gesucht. Es soll auch mindestens 20 Verletzte geben. Offiziell gab es noch keine Angaben zu Opfern oder Verletzten. Die Feuerwehr sprach von Schäden an Gebäuden.

Touristen und Bewohner seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichteten italienische Medien und zeigten Fotos von eingestürzten Häusern und Schutt. Auch soll mancherorts der Strom ausgefallen sein und Hotels geräumt worden sein.

Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Das Bebenzentrum lag laut Erdbebenwarte in zehn Kilometern Tiefe.

Die Feuerwehr teilte mit, Gebäude seien eingestürzt und beschädigt worden. "Es war sehr stark und sehr furchterregend. Ich habe gehört, dass Menschen gestorben sind", sagte die Gemeinderätin Donatella Migliaccio der Deutschen Presse-Agentur. Ansa berichtete, eventuell Verletzte könnten mit Schiffen und Hubschraubern ans Festland gebracht werden.

Auch Angela Merkel macht auf Ischia Urlaub

Die Insel mit vulkanischem Ursprung ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub. Die Insel liegt in der Nähe der Phlegräischen Felder, die zu den weltweit wenigen Dutzend sogenannten Supervulkanen zählen.

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Diesen Donnerstag, am 24. August vor einem Jahr, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. 299 Menschen starben.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Korrektur anregen