Mehr Soldaten für Afghanistan? Berater versuchte, Trump mit Foto von Frauen im Minirock zu überzeugen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MCMASTER TRUMP
Neue Afghanistan-Strategie: Berater versuchte, Trump mit dem Foto von Frauen im Minirock umzustimmen (Archivbild) | Kevin Lamarque / Reuters
Drucken
  • US-Präsident Trump war Gegner des Afghanistan-Einsatzes - beschloss nun aber, mehr Truppen dorthin zu entsenden
  • Eine Rolle bei der Entscheidung soll auch ein Foto von afghanischen Frauen im Minirock gespielt haben

Dieser Krieg sei eine "Geldverschwendung", hatte US-Präsident Donald Trump über den Einsatz der USA in Afghanistan gesagt. Nun hat er seine Meinung geändert - und verkündete am Montagabend eine neue Strategie des US-Militärs in dem seit Jahren von Gewalt geschüttelten Land.

Dazu soll ihn auch sein Nationaler Sicherheitsberater H.R. McMaster gebracht haben - mit einem Foto von afghanischen Frauen im Minirock in Kabul, wie die "Washington Post" berichtet.

Foto von 1972

Das Foto stammt von 1972 - also aus den Jahren, bevor das islamistische Taliban-Regime an die Macht kam und die Freiheit von Frauen einschränkte.

McMaster zeigte Trump das Foto laut dem Bericht, um dem Präsidenten zu verdeutlichen, dass die Menschen in der Region wieder westliche Werte annehmen könnten. Die Taliban hatten Mitte der 1990er-Jahre Miniröcke verboten - und die Burka eingeführt.

afghanistan
Um dieses Foto soll es sich handeln. Quelle: Twitter

Noch immer kontrolliert die Gruppe Teile des Landes. Viele Frauen entscheiden sich daher, sich voll zu verschleiern, um möglicher Gewalt zu entgehen.

Mehr zum Thema: Die neuen Herrscher im Weißen Haus: Wie drei Generäle Trumps Präsidentschaft retten könnten

"Mein Instinkt sagte zuerst etwas anderes"

Trump hatte den Krieg der USA in Afghanistan früher eine "Katastrophe" genannt und den Einsatz während seines Wahlkampfes lautstark kritisiert. Auch sein früherer Chefstratege Steve Bannon wollte vermeiden, dass die USA mehr Soldaten in die Region entsenden. Stattdessen sollte der Krieg an private Militärfirmen ausgelagert werden.

Nun hat Trump einen Kursschwenk vollzogen. Auch wenn er bei seiner Ankündigung am Montag vage blieb, soll die Truppenstärke in Afghanistan um etwa 4000 Soldaten angehoben werden.

"Mein erster Instinkt war, uns da rauszuholen, und rückblickend betrachtet folge ich sonst meinen Instinkten", sagte Trump am Montag. "Aber schon mein ganzes Leben lang höre ich, dass Entscheidungen viel schwieriger sind, wenn man hinter dem Schreibtisch im Oval Office sitzt."

Das Foto war offenbar nicht das einzige Argument, mit dem Berater versuchten, Trump dazu zubringen, seine Afghanistan-Strategie zu überdenken. Doch die Episode zeigt, zu welchen Mitteln der Beraterstab zuweilen greift, um sich Gehör zu verschaffen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Leonhard Landes übersetzt und editiert.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(sk)

Korrektur anregen