Weil Trump so oft verreist, kann der Secret Service seine Personenschützer nicht mehr bezahlen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
Weil Trump so viel verreist, kann der Secret Service seine Personenschützer nicht mehr bezahlen | Getty
Drucken
  • Die Personenschützer Donald Trumps machen zu viele Überstunden
  • Grund sind die vielen Reisen und das große Gefolge der US-Präsidenten
  • Jetzt sind die Spezialisten des Secret Service offenbar am Limit

Es ist kein Geheimnis, dass Donald Trumps Vorliebe für Wochenend-Trips zu seinen Golfplätzen teuer ist. Auch für den Secret Service, der die Personenschützer des US-Präsidenten stellt, bedeuten die Reisen zusätzliche Kosten.

Die Behörde befindet sich sogar in so schweren Zeiten, dass mehr als 1000 Spezialisten nun offenbar schon an die Grenzen ihres jährlichen Gehalts und ihrer zulässigen Überstunden gekommen sind. Das sagte Direktor Randolph "Tex" Alles im Gespräch mit der Nachrichtenseite "USA Today".

Der Grund dafür ist die Größe von Trumps Gefolge. Insgesamt bekämen 42 Personen Schutz vom Secret Service (darunter 18 Familienmitglieder), sagte Alles. Unter Vorgänger Barack Obama seien es noch 31 gewesen.

Auch Trumps Söhne bekommen Schutz

Der Schutz durch den Secret Service ist vorgeschrieben. Egal, ob der Präsident im Skiort Aspen weilt, nach Deutschland und Polen reist, oder ob Trumps älteste Söhne geschäftlich ins kanadische Vancouver oder nach Dubai fliegen.

"Der Präsident hat eine große Familie, und unsere Pflichten sind im Gesetz festgelegt", sagte Alles gegenüber "USA Today". "Ich kann das nicht ändern, ich habe da keinen Freiraum."

Aufgrund der enormen Belastung der Agenten machten viele Überstunden oder seien von anderen Verpflichtungen abgezogen, um die Trumps zu beschützen. Das berichtete die "New York Times" bereits im April.

Direktor Alles sagte gegenüber "USA Today", er verhandle gerade darüber, dass die Gehalts- und Stundenobergrenzen seiner Agenten erhöht werden, damit Trumps Amtsperiode gut abgedeckt werden könne. Ohne eine entsprechende Gesetzesänderung seien 1100 Agenten nicht mehr berechtigt, im restlichen Jahr Überstunden zu machen, sagte Alles.

Der Zeitpunkt von Alles' Äußerungen könnte nicht ungünstiger sein, kommentierte "USA Today". Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird nächsten Monat in New York stattfinden, 150 Staatschefs werden erwartet - und der Secret Service übernimmt den Schutz der Veranstaltung.

Alles: Das Problem besteht schon länger

Nach seinem Interview mit "USA Today" veröffentlichte Alles eine Mitteilung. Der Secret Service verfüge derzeit über alle nötigen Mittel, um Überstunden bis zum 30. September bezahlen zu können. Aber er fügte hinzu, dass etwa 1100 Mitarbeiter ihre Überstundenanzahl bis zum Ende des Jahres überschreiten würden.

Alles versuchte auch klarzustellen: Die derzeitige Situation sei kein "Problem, dass der derzeitigen Regierung angelastet werden kann, sondern das schon seit einem Jahrzehnt wegen einer Erhöhung des Betriebstempos besteht".

Alles sagte "USA Today", dass er seine Bedenken dem Weißen Haus mitgeteilt habe. "Sie verstehen das", sagte er. "Sie passen sich zu einem bestimmten Grad an. (...) Sie haben uns die ganze Zeit unterstützt."

35.000 Dollar für Golfwagen

Anfang des Monats hatte die "Washington Post" berichtet, dass der Secret Service wegen eines Streits um Gebühren seinen Posten im Trump Tower in New York verlassen - und in einen Wagen auf dem Gehweg davor umziehen musste.

"Nach einiger Bedenkzeit haben wir gemeinsam entschieden, dass dieser Schritt der kostengünstigste und logistisch praktikabelste Weg für den Secret Service ist, um anderswo Raum zu pachten", sagte ein Sprecher des Trump-Konzerns gegenüber der amerikanischen Ausgabe der HuffPost.

Trump ist an den meisten Wochenenden seiner Amtszeit in seinem Club in Mar-A-Lago in Florida, oder in seinen Golfclubs in New Jersey und Virginia. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gab der Secret Service 35.000 Dollar für die Miete von Golfwagen in Mar-A-Lago aus, berichtet der Nachrichtensender CBS News.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Leonhard Landes aus dem Englischen übersetzt.

Mehr zum Thema: Medien: Donald Trump verrät auf dem Golfplatz, warum er es nicht lange im Weißen Haus aushält

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(sk)

Korrektur anregen