Die Mercers, eine der reichsten Familien der Welt, planen den Großangriff auf die Gegner Donald Trumps

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ROBERT MERCER
Eine der reichsten Familien der Welt plant den Großangriff auf die Gegner von Donald Trump | The Washington Post via Getty Images
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  • US-Multimilliardär Robert Mercer hat Trump im Wahlkampf mit über 20 Millionen Dollar unterstützt
  • Nun will er mit Trumps geschasstem Chefstrategen Bannon und "Breitbart" die Gegner des US-Präsidenten attackieren
  • 5 Fakten über einen der gefährlichsten und mysteriösesten Männer der USA

“Ich bin froh durch mein Leben zu gehen, ohne irgendetwas zu irgendwem zu sagen.” Dieser Satz stammt vom amerikanischen Multimilliardär Robert Mercer.

Er ist laut dem Wirtschaftsmagazin "Forbes" einer der bestverdienenden Hedgefonds-Manager, seine Familie zählt zu den reichsten der USA.

Am Wochenende machte der Mann der wenigen Worte wieder Schlagzeilen. Er soll sich vergangene Woche fünf Stunden lang mit Steve Bannon unterhalten haben. Die Nachricht wurde bekannt, nachdem Trumps ehemaliger Chefstratege das Weiße Haus verlassen musste.

Der gemeinsame Plan von Mercer und Bannon: Trumps Feinde und die “Globalisten” im Weißen Haus von außerhalb attackieren, wie das US-Portal "Axios" berichtete. Bannon ist nun zurück in einer leitenden Funktion bei der rechten Webseite "Breitbart", jener Nachrichtenseite, an der die Mercer-Familie Anteile hält.

"Jetzt habe ich die Hände wieder an den Waffen", sagte Bannon in einem Interview mit "The Weekly Standard" dazu. Zusammen mit Robert Mercer will er in den Krieg ziehen.

Viel ist nicht bekannt über den schweigsamen Multimilliardär. Aber aus den Berichten über ihn ergibt sich das Bild eines Mannes mit einer dunklen nationalistischen und populistischen Agenda. Das Bild eines Mannes, der seine Ziele gnadenlos mit dem Einsatz seines Vermögens verfolgt.

1. Unterstützung für “Breitbart”

Lange war nicht bekannt, wem die rechte Nachrichtenseite “Breitbart News” eigentlich gehört. Erst im Februar enthüllte “Breitbart”-CEO Larry Solov, dass er zu den Eigentümern zählt, zusammen mit der Witwe des Gründers Andrew Breitbart, Susie Breitbart, und eben der Mercer-Familie.

Roberts Mercers Tochter Rebekah gilt als Vertraute von Bannon und als großer Fan von “Breitbart”. Laut Medienberichten soll sie regelmäßig in der Redaktion angerufen haben, um kleine Fehler zu melden.

rebekah mercer

Rebekah Mercer 2017 bei einer Gala in New York, Quelle: Getty

Über Andrew Breitbart hat Mercer 2011 Bannon kennengelernt. Bannon wurde in der Folge einer der Leiter der rechten Webseite - und machte sie zur Plattform der rassistischen Alt-Right-Bewegung.

Mercer war offenbar fasziniert von den Möglichkeiten, die das Medium “Breitbart” bot.

Als Bannon 2016 die Webseite verließ, um Trumps schwächelnden Wahlkampf zu managen und letztlich zu retten, folgte ihm Mercer.

2. 22,5 Millionen Dollar für Trump

Zuvor hatte der Multimilliardär eigentlich Trumps republikanischen Konkurrenten Ted Cruz unterstützt. Doch der Politiker war Rebekah Mercer nicht hart genug gegenüber Immigranten und in der Handelspolitik, wie die amerikanische Ausgabe der HuffPost in einem aufwendig recherchierten Artikel berichtete.

Beides Themen, bei denen Donald Trump offenbar punkten konnte. Besonders der Einreisebann für Muslime, den Trump in seinem Wahlkampf bewarb, soll es Rebekah Mercer angetan haben.

3. Dunkle Verschwörungstheorien

Auch einigen Verschwörungstheorien soll Robert Mercer anhängen. Laut einem ehemaligen Mitarbeiter glaubt Mercer, dass die Demokraten Bill und Hillary Clinton zusammen mit der CIA in Drogengeschäfte und Morde verwickelt seien.

Auch sonst passt Mercers Sicht der Dinge gut zu Bannon - und zur rechten Leserschaft von "Breitbart". Mercer verachtet die republikanische Partei. “Er glaubt, ihre Anführer seien korrupte Betrüger, und dass sie das Land ruiniert haben”, zitiert der “New Yorker” einen ehemaligen Mitarbeiter von Mercer.

Politisch wünsche Mercer sich eine Art Minimal-Staat, Armut gelte ihm als menschliche Schwäche. Menschen, die kein Geld verdienten, seien ohne Wert. Menschen, die Geld von Staat erhielten, hätten gar einen negativen Wert - und den Klimawandel halte er für eine Lüge, berichten ehemaliger Mitarbeiter von Mercer.

4. Sturm gegen den Mainstream

Mercer unterstützt nicht nur “Breitbart”. Zehn Millionen Dollar gingen auch in das Forschungsprojekt Media Research Center, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet.

Das Ziel des Projekts ist es laut eigenen Angaben, den “Propaganda-Arm der Linken zu neutralisieren: die nationalen Nachrichtenmedien”.

Zu den geförderten Projekten des Media Research Centers gehört etwa auch die rechte Nachrichtenseite “CNSnews”, die laut eigenen Aussagen über Geschichten berichtet, die andere Medien aufgrund ihrer Befangenheit unterschlagen würden.

Zusammen mit “Breitbart” versucht Mercer so, die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen. Alle Projekte sind gegen den Mainstream gerichtet - und versuchen, eine alternative Sicht der Dinge zu etablieren.

5. Die Data-Kampagne

Bei Nachrichtenseiten hören Mercers Versuche, Einfluss auf die amerikanische Öffentlichkeit zu nehmen, noch nicht auf.

Zehn Millionen Dollar steckte er laut "The Guardian" auch in Cambridge Analytica, jene berühmt-berüchtigte Big-Data-Firma, der Donald Trump angeblich seinen Wahlsieg und die Brexit-Kampagne ihren Erfolg zu verdanken haben soll.

Bei einer Konferenz sollen die Verantwortlichen von Cambridge Analytica laut dem "New Yorker" bereits 2013 gegenüber Mercer berichtet haben, dass es laut ihren Umfragen eine große Sehnsucht nach einem populistischen Präsidentschaftskandidaten gebe. Nach jemanden, der mit den etablierten Parteien und mit der herrschenden Klasse aufräume.

Donald Trump war letztlich dieser Kandidat. Und Mercer erhielt für seine großzügigen Spenden vom neuen US-Präsidenten offenbar Gefälligkeiten. Dass der hartgesottene Jeff Sessions Justizminister wurde, soll laut Medienberichten auf Mercer zurückgehen. Ebenso wie die Nominierung von Michael Flynn als Nationaler Sicherheitsberater auf Mercers Tochter Rebekah.

Die Mercer-Familie versteht es offenbar, ihre Interessen durchzusetzen.

Wie es nun weitergeht

“Trumps Präsidentschaft, für die wir gekämpft haben und die wir gewonnen haben, ist vorüber”, sagte Bannon im Interview mit “The Weekly Standard” nach seinem Abgang.

Gemeinsam mit Mercer wird er sich daran machen, die nationalistische Bewegung aufrechtzuerhalten - und ihre Ziele mit der “Mörder-Maschine” namens “Breitbart”, wie Bannon es nannte, weiter zu verfolgen.

Für Mercer bietet das die Chance, seine dunkle Vision in die Köpfe von möglichst vielen Amerikanern zu bringen - und die USA womöglich nachhaltig zu verändern.

Mehr zum Thema: Virtueller Lynchmob: Wie die rechte Nachrichtenseite "Breitbart" Trump-Kritiker bedroht

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(sk)

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