Keiner von Trumps Beratern traute sich am Sonntag ins US-Fernsehen

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DONALD TRUMP
Von Donald Trumps Beratern fehlte im US-Fernsehen am Sonntag jede Spur | Pool via Getty Images
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  • Vertreter des Weißen Hauses glänzen nach den Ausschreitungen in Charlottesville im US-Fernsehen durch Abwesenheit
  • Auch die Entlassung von Steve Bannon wollen Trumps Vertraute nicht diskutieren
  • Die Regierung verweist Nachrichtenredaktionen stattdessen auf Trump-Unterstützer außerhalb der Regierung

Nur eine Woche nach den tödlichen Gewalttaten in Charlottesville glänzten sowohl Mitarbeiter des Weißen Hauses als auch die republikanische Parteiführung in den Sonntagstalkrunden des US-Fernsehens durch Abwesenheit.

Der Hintergrund:

Zuvor hatte sich Präsident Trump in einer Pressekonferenz unfähig gezeigt, Rassisten und Neonazis deutlich zu verurteilen, gegen Ende der Woche entließ er dann seinen umstrittenen Chefstrategen Steve Bannon.

Trump gibt "beiden Seiten" Schuld an der Gewalt

Zwischenzeitlich sprach Trump “beiden Seiten” Schuld an den tödlichen Auseinandersetzungen in Charlottesville zu und versetzte damit sowohl Republikaner als auch Demokraten in Aufruhr. Der Grund: Mit seinen Aussagen stellte er radikale Rassisten und Neonazis moralisch auf eine Stufe mit den Demonstranten, die nach Charlottesville gekommen waren, um gegen Rassismus und Antisemitismus zu protestieren.

Kritiker warfen Trump vor, so die Spaltung des Landes weiter voranzutreiben. Auch führende Wirtschaftsbosse distanzierten sich von seinen Aussagen und verließen den Präsidialrat.

"Keiner wollte kommen!

“Um mal deutlich zu machen, wie ungern Republikaner diese Woche über den Präsidenten sprechen: Kein einziger republikanischer Kongressabgeordneter wollte heute Morgen an unserer Sendung teilnehmen”, erklärte Chuck Todd, Moderator des Talkformats "Meet the Press".

"Selbst das Weiße Haus konnte oder wollte uns keinen Gast zu besorgen. Nicht mal ihr eigener Pressereferent wollte kommen."

Auch Leland Vittert, Nachrichtensprecher beim TV-Kanal Fox News, ließ seine Zuschauer wissen, dass "niemand" aus dem Weißen Haus heute live die Entlassung Bannons diskutieren werde. "Wir - und auch zahlreiche andere Sender - wollten heute mit jemandem aus der Regierung über diese Erschütterung sprechen. Aber niemand kam."

Stattdessen verwies das Weiße Haus die Nachrichtenredaktionen an Trump-Unterstützer außerhalb der offiziellen Verwaltung.

Martha Raddatz, die ABC News-Sendung "This Week" moderiert, teilte ihren Zuschauern zum Beispiel mit, das Weiße Haus habe sie statt an einen offiziellen Vertreter der Regierung an Jerry Fallwel Jr. verwiesen, den Direktor der Liberty University und bekennenden Evangelist.

"Trump muss moralische Verantwortung übernehmen!"

Bei "Fox & Friends" diskutierte zumindest Trumps ehemaliger Wahlkampfteamleiter Corey Lewandowski Bannons Rausschmiss, bei "Fox News Sunday" sprach zudem sein ehemaliger Stellvertreter David Bossie über den jüngsten Personalwechsel im Weißen Haus.

Der Senator von South Carolina, Tim Scott, der Trumps Reaktion auf die Ausschreitungen in Charlottesville schon Anfang der Woche heftig kritisiert hatte, bekräftigte während eines Gastauftritts in der CBS-Sendung "Face the Nation", der Präsident müsse jetzt moralische Verantwortung übernehmen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt geht es nicht darum, was der Präsident als nächstes sagt. Es geht darum, was er tut", sagt Scott.

Dieser Artikel erschien zuerst in der HuffPost USA und wurde von Sabine Fischer aus dem Englischen übersetzt.

Mehr zum Thema: Trump äußert sich erneut zu Charlottesville - und macht alles noch viel schlimmer

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(ben)

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