Hamburg: Edeka-Filiale schmeißt alle ausländischen Waren aus dem Regal - ein Schild verrät, warum

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  • Edeka hat offenbar genug von Fremdenfeinden und Rassisten
  • Um ihnen den Spiegel vorzuhalten, räumte wohl ein Hamburger Markt seine Regale leer
  • Im Video oben seht ihr, wie das Geschäft nun aussieht

Die Supermarktkette Edeka hat offenbar genug von Fremdenfeinden und Rassisten. Und möchte mit einer einfallsreichen Idee zeigen, wie arm Deutschland ohne Vielfalt wäre.

In der Hamburger Filiale in der Hafencity haben anscheinend die Verantwortlichen kurzerhand die Regale ausgeräumt. Und statt der Produkte Plakate aufgestellt.

Auf denen prangen Sprüche wie "Dieses Regal ist ohne Vielfalt ziemlich langweilig". Twitter-Nutzer Sven hat eine Fotostrecke zu der Aktion veröffentlicht.

Ein weiterer Edeka-Kunde veröffentlichte ebenfalls ein Foto aus der Filiale. Zum "Tag der Vielfalt" bemerkt Holger Krupp ironisch: "Die Regale sehen aus wie auf Cuba."

"Unsere Auswahl kennt heute Grenzen"

Die Bilder der Aktion wurden schon tausendfach geteilt - unter anderem von der Facebook-Seite der Organisation Weiße Rose.

So heißt es in der halbleeren Salat-Theke in Hamburg jetzt: "Unsere Auswahl kennt heute Grenzen." Da müssen die Kunden wohl oder übel auf die Tomaten aus Spanien und die Oliven aus Griechenland verzichten.

Die Käse-Theke ist gleich komplett leergefegt. In ihr steht ein Schild mit der Aufschrift: "So leer ist ein Regal ohne Ausländer."

Tja, auch Käse aus Frankreich oder der Niederlande gibt es hier erst einmal nicht.

Ein Großteil der Produkte, die wir kaufen, wird importiert

Mit der Aktion möchte Edeka womöglich Rassisten den Spiegel vorhalten. Und ihnen zeigen, wie leer die Supermarkt-Regale wären, wenn man alle Produkte aus dem Ausland verbannen würde. Egal ob Käse, Obst, Wurst oder auch Getränke: Ein Großteil der Dinge, die wir im Alltag konsumieren, wird importiert.

Ein Umstand, den so mancher Neonazi wahrscheinlich verdrängt. Bis er den Edeka-Markt in Hamburg betritt.

Unklar ist nach wie vor, ob die Supermarktkette den "Tag der Vielfalt" nur inszeniert hat oder ob sich dahinter eine Kunstaktion verbirgt.

"Edeka steht für Vielfalt. Wir führen zahlreiche Lebensmittel in unserem Sortiment, die in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands hergestellt werden. Aber erst gemeinsam mit Produkten aus anderen Ländern schaffen wir in unserem Sortiment die einzigartige Vielfalt, die unsere Kunden schätzen", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von Edeka, die die HuffPost am Montag erreicht hat.

Und weiter: "Wir freuen uns, dass wir viele positive Stimmen zu der Aktion am Samstag bekommen haben."

Auch in der Filiale, in der die Regale teils leer blieben, hält man sich bislang bedeckt. "Wir als Laden selbst sagen nichts dazu", sagte ein Mitarbeiter des Hafencity-Edeka gegenüber der HuffPost.

Die Zentrale hat der HuffPost bestätigt, dass es sich um eine gemeinsame Aktion mit der Filiale gehandelt hat.

Auch Politiker interessieren sich für die Aktion. Julia Klöckner, die Landesvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz, spricht von einer klugen Aktion.

Marcus Pretzell, der Landesvorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen, findet die Aktion "eher völlig irre".

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(mf)

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