Berlins Innensenator wird gefragt, warum heute Neonazis durch seine Stadt marschieren - dann macht er seinem Ärger Luft

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BERLINS INNENSENATOR GESEIL
Berlins Innensenator Andreas Geisel. | dpa
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  • In Berlin demonstrieren hunderte Neonazis zum 30. Todestags von Rudolf Heß
  • Der Innensenator hätte die Demonstration gerne verboten, wie er einem Interview erklärt
  • Darin macht er seinem Ärger Luft

In Berlin-Spandau demonstrieren heute hunderte Neonazis zum 30. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß.

Das passt vielen nicht - so haben sich mehrere tausend Gegendemonstranten angemeldet. Aber auch Berlins Innensenator Andreas Geisel ist wütend. Der SPD-Politiker hätte den Aufmarsch am liebsten verboten.

Dem RBB-Inforadio sagte er: "Ein Verbot wäre mir sehr sympathisch gewesen, wir haben das sehr sorgfältig geprüft und festgestellt, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung leider auch für Arschlöcher gilt."

Geisel: Die Teilnehmer sind "Arschlöcher"

Die Demonstration der Neonazis wurde stattdessen mit hohen Auflagen verbunden.

So riefen die Veranstalter schon im Vorfeld ihre Teilnehmer dazu auf, ja keine verfassungsfeindlichen Symbole oder Parolen kundzutun. Außerdem sollten keine Bilder und Zitate von Heß mitgebracht werden.

Mehrere Gegendemonstrationen angekündigt

Neben der Nazi-Demo sind vier Gegenkundgebungen angekündigt. Parteien wie SPD, Grüne und Linke, Gewerkschaften und Bündnisse gegen Rechts unterstützen die friedlichen Proteste. Linksextremistische Gruppen haben im Internet Blockaden angekündigt.

In der Wilhelmstraße in Berlin-Spandau stand das Kriegsverbrechergefängnis der Alliierten, in dem Heß inhaftiert war und wo er sich am 17. August 1987 im Alter von 93 Jahren das Leben nahm.

Das Gefängnis wurde danach abgerissen. Rund um den 17. August gibt es seither immer wieder Aufmärsche von Neonazis.

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