Trump hat seinen Chefstrategen Bannon gefeuert - und bereits eine neue Rolle für ihn

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Trump hat seinen Chefstrategen Bannon gefeuert - und bereits eine neue Rolle für ihn | Carlos Barria / Reuters
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  • Steve Bannons Zeit im Weißen Haus ist vorbei
  • Donald Trumps Ex-Strategieberater wechselt zurück zur ultrarechten Nachrichtenseite "Breitbart"
  • Und soll dort seinem alten Chef dienen

Fliegender Wechsel, aus den Medien in die Politik und wieder zurück. Ob Steve Bannon, der politische Chefstratege im Weißen Haus, am Freitag von Donald Trump gefeuert wurde oder er von sich aus ging, wissen nur die beiden.

Klar ist aber: Beide sind glücklich mit der Entscheidung.

Noch am Tag seines Ausscheidens hatte Bannon angekündigt, er werde "weiterhin für Trump in den Krieg ziehen". Zugleich werde er in leitender Funktion zur ultrarechten Nachrichtenseite "Breitbart" zurückkehren. "Jetzt habe ich die Hände wieder an den Waffen", sagte Bannon in einem Interview.

Und der US-Präsident?

Trump scheint begeistert über den Schritt: "Steve Bannon wird eine taffe und smarte neue Stimme bei 'Breitbart' sein... Vielleicht sogar besser als jemals zuvor. Fake News braucht die Konkurrenz!", twitterte der 71-Jährige.

Trump dank Bannon - "es war großtartig!"

Schon zuvor hatte er seinen umstrittenen Ex-Berater in einem Tweet gelobt: "Ich möchte Steve Bannon für seinen Dienst danken", schrieb der Präsident. "Er stieß während meines Rennens gegen die betrügerische Hillary Clinton zu meinem Wahlkampf - es war großartig! Danke S."

Ob geplant oder nicht. Ganz offensichtlich soll Bannon nun von außerhalb des Weißen Hauses die Gegner Trumps niederschreiben - und zugleich den Kampf gegen die US-Leitmedien wie die "New York Times", die "Washington Post" oder CNN aufnehmen.

Trump war in der vergangenen Woche wegen seiner Reaktion auf die rechtsextremen Auswüchse in Charlottesville ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

"Trumps Reaktion war banal, kindlich und bedeutungslos"

So kritisierte die "Washington Post", dass das US-Staatsoberhaupt auf die gewaltsame Form des Hasses keine richtigen Worte gefunden habe. "Trumps Reaktion war entweder banal ('Wir müssen zusammenstehen'), kindlich ('Sehr, sehr traurig') oder bedeutungslos ('Wir werden das untersuchen')", empörte sich die Zeitung.

Bannon soll Trump aber nicht nur medial den Rücken stärken, sondern womöglich auch die Kritiker in den eigenen Reihen attackieren.

Denn der Ex- und vermutlich auch neue "Breitbart"-Chef erklärte in einem Interview der Nachrichtenseite "The Weekly Standard", dass die moderaten Kräfte im Kongress nun Oberwasser gewinnen würden. Trump werde es noch schwerer haben, seine Agenda durchzusetzen.

"Das republikanische Establishment hat kein Interesse daran, dass Trump Erfolg hat", betonte Bannon. Er fügte hinzu: "Sie sind keine Populisten, keine Nationalisten, sie haben kein Interesse an seinem Programm. Null."

Er selbst ist offensichtlich aus ganz anderem Holz geschnitzt.

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