Trump und der Klan: Drei der wichtigsten Magazine der Welt behandeln den rechten Hass in den USA

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COVER HASS
"Time", "Economist" und "New Yorker": Drei Magazincover zum Rechtsextremismus in den USA | Screenshot
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  • Bei einer Demonstration von Rechtsextremen ist am vergangenen Wochenende in den USA eine junge Frau ermordet worden
  • US-Präsident Trump sorgte im Anschluss für Empörung, weil er es vermied, Neo-Nazis zu verurteilen
  • Die Vereinigten Staaten diskutieren nun wieder über den rechtsextremen Hass im Land - allen voran die Medien

Ein Rassist ist ein Rassist, ist ein Rassist, ist ein Rassist - so wie Donald Trump. Seit bald zwei Jahren hetzt der derzeitige US-Präsident gegen Minderheiten. Trumps fremdenverachtendes Weltbild besteht aus vergewaltigenden Mexikanern, terrorgeilen Muslimen und schießwütigen Farbigen.

Fast wäre diese Tatsache in Vergessenheit geraten.

Zu abgelenkt war die Welt von Trumps vielen Skandalen und Lügen, von dem Chaos im Weißen Haus und der Russland-Affäre. Dann raste am vergangenen Wochenende auf einer gewalttätigen Demonstration von Rechtsradikalen in der US-Stadt Charlottesville ein Auto in eine Menge von Gegendemonstranten.

Eine junge Frau starb und eine alte Wunde brach in den USA wieder auf - die des Hasses. Auch, weil Donald Trump es in der Folge des rechten Aufmarsches vermied, Neo-Nazis und Rechtsextreme zu verurteilen. Weil er von Gewalt und Hass "auf beiden Seiten" sprach - auch, nachdem er durch öffentlichen Druck gezwungen worden war, doch gegen Rassisten Stellung zu beziehen.

Drei der wichtigsten Magazine weltweit attackieren Trump dafür nun heftig: mit drastischen Covern und heftigen Vorwürfen.

"The Economist": "Donald Trump hat keine Ahnung, was es bedeutet, Präsident zu sein"

Das Donald Trump ein Großmaul und Aufschneider ist, bestätigt sich bei jedem seiner öffentlichen Auftritte. Der US-Präsident liebt es, sich selbst zu loben und auf die Medien und politische Gegner loszugehen.

Der "Economist" hat diese Eigenschaft Trumps und seine unwürdige Reaktion auf den rechten Terror in Charlottesville zum Anlass für sein aktuelles Cover genommen. Darauf zu sehen: Trump, in ein Megafon brüllend, das die Form einer Haube des rechtsextremen Klu-Klux-Clans hat.

Die Titelgeschichte des Magazins ist eine einzige Abrechnung mit dem US-Präsidenten. Dessen unentschiedene Reaktion auf die Ereignisse von Charlottesville sei eine schreckliche Botschaft für alle Amerikaner: "Weit davon entfernt, der Retter der Republik zu sein, ist ihr Präsident vielmehr politisch unfähig, moralisch bankrott und charakterlich ungeeignet für sein Amt."

Es werde weitere Proteste von Rechtsextremen im Land geben, prophezeit das Magazin - in der Tat sind schon für dieses Wochenende neue angekündigt. Doch Trump habe "die Aufgabe, diese Märsche einzudämmen und den Frieden zu bewahren, erheblich verkompliziert."

Für den "Economist" ist klar: "Donald Trump hat keine Ahnung, was es bedeutet, Präsident zu sein." Anstatt sich um die Würde seines Amts zu sorgen, sei Trump nur damit beschäftigt, sich selbst zu überhöhen.

"The Time": Trump hat "Dämonen der Rassenpolitik" beschworen

Auch das "Time"-Magazin schreibt davon, dass Donald Trump das Präsidentenamt zu einer einer Projektionsfläche der eigenen Eitelkeit gemacht habe.

Schon lange habe der US-Präsident die "Dämonen der Rassenpolitik" beschworen - den neuen "Hass in Amerika", dem das Magazin sein Cover widmet.

Darauf zu sehen: Ein stramm stehender Mann, an dessen zum Hitlergruß erhobenen Arm die US-Flagge weht.

Ein drastisches Bild, das das "Time"-Magazin mit ebenso drastischen Worten unterstreicht.

Donald Trump habe nach dem rechten Terror in Charlottesville nicht an das Gute in den Menschen appelliert, sondern "Töne der Verbitterung und Feindseligkeit" angeschlagen.

Für Trump gelte: "Die Welt ist keine Gemeinschaft; sie ist eine Firma. Wenn du nicht gewinnst, dann verlierst du. Und jeder, der in das Gemeingut investiert, ist ein Versager."

Der US-Präsident habe die Rechten und Rassisten im Land ermutigt, schreibt das Magazin weiter, sie sähen ihn als ihren Champion. In diesem "Kampf um die Seele der Nation" sei es deshalb eine "historische Schande", dass so viele aufrichtige Amerikaner den Präsidenten nicht an ihrer Seite wissen könnten.

"The New Yorker": "Donald Trump hat keine Ahnung, was es bedeutet, Präsident zu sein"

Für den "New Yorker" ist Donald Trump deshalb ein "blowhard" - ein Aufschneider und Wichtigtuer. Auf dem aktuellen Cover des Magazins ist der US-Präsident zu sehen, wie er ein kleines Segelboot aus eigener Kraft vorwärts pustet.

Das Segel des Bootes: Eine Haube des Klu-Klux-Clans.

Die schwache Reaktion des US-Präsidenten auf die Ereignisse in Charlottesville, sein Unwillen, rechte Hetzer zurechtzuweisen, habe ihn zu diesem Bild inspiriert, sagte Künstler David Plunkert dem Magazin.

Die Vorfälle hätten Trump politisch isoliert, schreibt dazu "New Yorker-Autor John Cassidy. Ob durch Vorurteile oder Starrsinn, Trump habe sich durch seinen Umgang mit Rechtsextremismus in eine politische Ecke gedrängt, in der niemand mehr mit ihm kooperieren könne.

"Das ist nun einmal, was geschieht, wenn ein Präsident seine eigene Legitimität einfach wegwirft", schreibt Cassidy. Zwar hätte noch kein Mitarbeiter Trumps gekündigt, dafür hätten sich umso mehr bei den Medien gemeldet, um ihr Entsetzen über das Verhalten des US-Präsidenten zum Ausdruck zu bringen.

Ein Rassist ist ein Rassist, ist ein Rassist, ist ein Rassist

Cassidy resümiert: "Inmitten dieses Tumults scheint es nur eine Person zu geben, die all die Aufregung nicht versteht: Trump selbst."

Dieser beschwerte sich lieber auf Twitter über die "schönen Statuen und Monumente" von Konföderierten Generälen - Rassisten und Sklaventreiber allesamt -, die in vielen US-Städten gerade entfernt werden. Oder verbreitete eine vollkommen erlogene Geschichte über einen legendären US-General, der angeblich dutzenden Muslime durch in Schweineblut getränkte Kugeln exekutiert haben lasse.

Ein Skandal, natürlich. Doch im Fall von Trump ein vorhersehbarer: Ein Rassist ist ein Rassist, ist ein Rassist, ist ein Rassist.

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