Eine italienische Zeitung findet die perfekte Antwort auf die Anschläge von Barcelona

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BARCELONA TERROR
Eine italienische Zeitung findet die perfekte Antwort auf die Anschläge von Barcelona | dpa
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  • Neben Trauer und Angst verbreiten Medien nach dem Anschlag von Barcelona auch Hoffnung
  • Eine italienische Zeitung veröffentlicht einen Kommentar, der besonders Mut macht

Es ist schwierig in Worte zu fassen, was am Donnerstagabend in der katalanischen Hauptstadt Barcelona passierte.

Ein Lieferwagen rast in eine Menge, viele Menschen sterben. Wenig später werden 100 Kilometer entfernt fünf mutmaßliche Terroristen erschossen.

Internationale Medien trauern um die Toten – doch richten vor allem einen kämpferischen Blick nach vorne. Besonders die liberal-konservative italienische Zeitung "Corriere della Sera" findet dabei treffende Worte.

"Der Tag, an dem all das vorbei sein wird, ist nicht weit entfernt"

Die älteste Tageszeitung Italiens schreibt über die Terroristen: "Wenn sie einen Gott haben, wer weiß, wie sehr er sich für sie schämt. Zum Ekel vor dem Horror gesellt sich die Schande der Wiederholung. Was können wir sagen, was wir nicht bereits gesagt haben?"

Ein großer freier Kontinent wie Europa dürfe "einer primitiven Ideologie, die an Boden verliert, nicht nachgeben". "Corriere della Sera" bemerkt: "Sicher, auch das haben wir so oft schon gesagt. Und dennoch: An Tagen wie diesen müssen wir es wiederholen, mit voller Kraft."

Der Kommentar endet mit einer hoffnungsvollen Botschaft: "Es gibt keinen Zweifel: Der Tag, an dem all das vorbei sein wird, ist nicht weit entfernt."

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"Bild" erinnert an Anschläge von Madrid

Die spanische "El Pais" nutzt die Stunde für eine Liebes– und Solidaritätsbekundung mit der so schwer getroffenen Stadt Barcelona. "Terrorismus sucht sich seine Feinde bewusst aus und hat dieses Mal eine Stadt ausgewählt, die wie keine andere den Geist von Offenheit, Demokratie und Pluralität repräsentiert, den dieser Radikalismus beenden will", so "El Pais".

Der Angriff, der an diesem Donnerstag das Herz von Barcelona erschüttert hat, sei ein Schlag gegen eine berühmte, dynamische und kosmopolitische Stadt, "die Millionen Menschen aus aller Welt lieben und jedes Jahr besuchen und die ein wirtschaftlicher und kultureller Motor ersten Ranges in Europa und im Mittelmeerraum ist".

Die "Bild"-Zeitung stellt den Anschlag in die Tradition der Madrider Zuganschläge von 2004. "Der ISIS-Terror trifft ein Land, das auch nach den Al-Qaida Anschlägen (Die Ermittler konnten eigentlich keine Indizien finden, dass die Angriffe von Al-Qaida koordiniert waren, d. Red.) 2004 mit 191 Toten den maurischen Teil seiner Geschichte pflegt. In Andalusien haben Hauptstraßen sogar zweisprachige Straßenschilder – auf spanisch und arabisch", so "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch.

Der konservative US-Sender Fox News schreibt in einem Kommentar, der Krieg gegen den Terror sei "weit davon entfernt, beendet zu sein". "Um ehrlich zu sein fängt er vielleicht gerade erst an", glaubt Fox News. Barcelona erinnere die Amerikaner daran, "dass wir niemals unsere Deckung aufgeben dürfen".

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(jg)

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