"Wir müssen unsere Grenzen schließen": AfD macht Willkommenskultur für Opfer von Barcelona mitverantwortlich

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ALICE WEIDEL
AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel macht die Aufnahme von Flüchtlingen für Terrorismus verantwortlich | Joachim Herrmann / Reuters
Drucken
  • Bei dem Attentat in Barcelona starben 13 Menschen, mehr als 100 wurden verletzt
  • Für die AfD ist klar, wer an der Bluttat schuld hat: Die Flüchtlinge - und Angela Merkel

Hetze auf dem Rücken unschuldig Ermordeter, das ist fast schon ein Markenzeichen der AfD. Berlin, London, Manchester - wo immer der blutige Terror zuschlägt, wird durch die AfD schnell pauschalisiert: Die Flüchtlinge sind schuld. Und zwar alle. Außerdem natürlich: Angela Merkel.

So auch jetzt, nach dem Terroranschlag von Barcelona mit 13 Toten und über 100 Verletzten. Wieder macht die AfD die Migrationspolitik für die Opfer mitverantwortlich. Die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Alice Weidel, sprach von einem "Politikversagen offener Grenzen und laxer Immigrationspolitik".

Weidel: "Willkommenskultur setzt unseren Frieden aufs Spiel"

"Die naive Willkommenskultur gefährdet unsere Sicherheit, tötet Menschen und setzt unseren Frieden aufs Spiel", schrieb Weidel am Freitag in einer Erklärung. "Wir müssen endlich unsere Grenzen schließen und alle islamistischen Gefährder sofort abschieben. Andernfalls wird sich auch Barcelona wiederholen. Barcelona ist überall."

Auf Twitter machte die AfD-Spitzenkandidatin zudem klar: "Die AfD trauert um die Opfer, ist aber nicht mehr bereit, Phrasen zu akzeptieren!" Darunter zynisch aufgelistet Kanzlerin Merkel in den Mund gelegte Zitate, die die AfD wohl nicht mehr hören will.

Eine arg vereinfachte und zudem geringschätzige Meinung. Dabei ließe sich sogar differenziert und überlegt über den Umgang mit Gefährdern diskutieren. Auch darüber, wie mit Zuwanderern umgegangen muss, die sich zu solchen entwickeln - wie das möglicherweise beim Messerattentäter von Hamburg der Fall war.

Warum die allgemeinen Anschuldigungen der Rechtspopulisten jedoch nicht hilfreich sind, fasste der "FAZ"-Journalist Lorenz Hemicker treffend bei Twitter zusammen: "Die AfD fordert nach Barcelona ein Ende der Politikerphrasen. Alice Weidel spricht dennoch pauschal von Politikversagen."

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(lp)

Korrektur anregen