SPD-Chef Schulz wirft Merkel vor, den Menschen ihr wahres Ich zu verheimlichen

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MARTIN SCHULZ
SPD-Chef Schulz wirft Merkel vor, in der Öffentlichkeit ihr wahres Ich zu verheimlichen | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Die SPD hat mehrere Verbalangriffe auf die Kanzlerin gestartet
  • Schulz wirft Merkel ein "doppeltes Spiel" vor

Die SPD ist aus dem Tiefschlaf erwacht – und macht jetzt richtig Wahlkampf!

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, im Bundestagswahlkampf insgeheim ganz anders zu agieren, als sie sich nach außen präsentiert. Einerseits versuche sie, sich der direkten Auseinandersetzung zu
entziehen.

"Gleichzeitig schickt sie die Holzer aus ihrer Partei auf den Platz, die anderen kräftig in die Knochen treten", sagte Schulz der "Frankfurter Rundschau (Donnerstag). Die forderten, Sozialausgaben zu kürzen, um die Aufrüstung der Bundeswehr zu finanzieren, oder die Rente mit 70.

"Und Frau Merkel tut so, als habe sie nie etwas damit zu tun", klagte Schulz. "Merkel versucht immer einen sehr mittigen Eindruck zu machen, aber am Ende steht sie für eine sehr konservative Politik."

Auch Gabriel kommt aus der Deckung

Die SPD stellt am Donnerstag weitere Wahlkampf-Plakate und Fernsehspots vor. Anfang August hatte die Partei eine erste Reihe von Themenplakaten präsentiert. In einer zweiten Welle soll nun nach Angaben von Generalsekretär Hubertus Heil Kanzlerkandidat Schulz in den Mittelpunkt gerückt werden.

In den letzten Wahlkampfwochen sollen schließlich Plakate mit zugespitzten Botschaften folgen. Die Sozialdemokraten lassen sich ihre Kampagne 24 Millionen Euro kosten.

Auch Außenminister Gabriel startete am Freitag mehrere Attacken auf die Union. Der Kanzlerin warf Gabriel einen "Kniefall vor Donald Trump" vor. Der Zorn des SPD-Politikers gilt in seinem Gastbeitrag für die "Rheinische Post" der Aufrüstung und dem 2-Prozent-Ziel der Nato.

"Diese Unterwerfung unter die Trumpsche Aufrüstungspolitik ist falsch und unnötig", schreibt Gabriel über Merkels Versprechen an den US-Präsidenten. Zwar lehne die Kanzlerin es derzeit ab, wegen der erhöhten Ausgaben andernorts, etwa bei den Sozialausgaben, zu sparen. Aber wer solle ihr glauben, fragt Gabriel, dass Kürzungen nach der Wahl nicht doch beschlossen würden?

Im Gespräch mit "Buzzfeed" erklärte Gabriel zudem, Deutschland habe kein Problem mit Linksterrorismus. Zahlreiche prominente Unionspolitiker hatten nach den Krawallen von Hamburg darauf hingewiesen, Deutschland habe hier massiven Aufklärungsbedarf. Unter anderem CDU-Mann Jens Spahn warf der SPD vor, Gewalt von links nicht zu verurteilen.

"Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen beim G20-Gipfel in Hamburg ist bei uns auch so getan worden, als sei linke und rechte Gewalt identisch“, mahnte Gabriel. Er habe keine Sympathie für Gewalt von links, die sich in Hamburg in einer "Hooligan-Art“ gezeigt habe.

Der Linksterrorismus sei aber bereits "in den siebziger, achtziger Jahren“ bekämpft worden, so Gabriel. "Aber wir haben über 200 Tote von Rechtsterroristen.

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