"The Economist" bringt auf seinem aktuellen Cover Trumps heikles Verhältnis zum Ku-Klux-Klan auf den Punkt

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  • Das neue Titelblatt des britischen Magazins "Economist" bringt die Ereignisse rund um Charlottesville auf den Punkt
  • Es zeigt Donald Trump mit einem Megaphon, das einer Mütze des Ku-Klux-Klans ähnelt

Es waren schockierende Worte des US-Präsidenten. Nach der rechten Gewalt in Charlottesville mit einem Todesopfer provozierte Trump auf einer Pressekonferenz mit der Aussage, auch das linke Lager sei Mitschuld an der Eskalation.

Das britische Magazin "The Economist" fasst Trumps Haltung auf dem Titelblatt seiner aktuellen Ausgabe zusammen - ohne Worte.

Zu sehen ist Trump, der in ein Megaphon spricht. Zwei Löcher lassen das Megaphon wie die berühmten Mützen des Ku-Klux-Klans aussehen.

Keine Überschrift weist auf Trump, auf Charlottesville oder die aktuelle Diskussion in den USA hin. Die Botschaft aber ist eindeutig: Trump spricht die Sprache der Rassisten und Gewalttäter vom Wochenende. Und setzt auf ihre Unterstützung.

Schon am Wochenende hatte der britische "Guardian" mit einer Zeichnung auf Trumps Haltung gegenüber den Rechtsradikalen reagiert. Die Zeitung zeigte das Weiße Haus mit einem Giebel, der einer Ku-Klux-Klan-Mütze ähnelte.

Der Präsident der Rechten

In der kleinen Studentenstadt Charlottesville marschierten am Wochenende Nationalisten, Neonazis und Anhänger des Ku-Klux-Klans auf. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit Gegendemonstranten, ein 20-jähriger Anhänger der White-Supremacy-Bewegung lenkte am Samstag sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten, eine Frau starb.

US-Präsident Trump verurteilte zuerst allgemein die Gewalt, ohne die rechten Gruppen explizit zu kritisieren. Am Montag dann distanzierte sich Trump von Rassisten und dem Ku-Klux-Klan - nur um dann am Dienstag wieder zurückzurudern und allen Seiten die Schuld an der Gewalt zu geben.

US-Kommentatoren waren empört darüber, dass Trump Gegendemonstranten und das rechte Lager auf eine Stufe stellte. Gerade für die Rechten ist Trump eine Ikone.

Am Wochenende waren in Charlottesville nicht nur Naziparolen zu hören, sondern auch "Heil Trump"-Rufe.

Im Fahrwasser von Trump

Auch der frühere Ku-Klux-Klan-Anführer David Duke nahm an der rechten Demonstration teil. Er nannte den Aufmarsch "die Erfüllung der Versprechen von Donald Trump".

All das zeigt: Im Fahrwasser von Trumps Präsidentschaft schwimmen nach wie vor Rassisten, weiße Nationalisten und Neonazis. Und der Präsident versucht nicht, sich deutlich von diesen Gruppierungen zu distanzieren.

"Wir können nicht so tun, als hätte der hässliche Fremdenhass, der sich in den Straßen von Charlottesville ergoß, nichts mit der Wahl von Donald Trump zu tun", schrieb die "New York Times" über die Ereignissen vom Wochenende.

Das Cover des "Economist" bringt diese Erkenntnis auf den Punkt.

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(ben)

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