So böse kommentiert der "Guardian" Trumps Reaktion auf rechtsradikale Gewalt

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  • Donald Trump macht die nächste Rolle rückwärts
  • Er nimmt seine Verurteilung rechter Gruppen vom Vortag wieder zurück
  • Eine Karikatur des britischen "Guardian" bringt die Stimmung vieler Amerikaner auf den Punkt

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag verteidigte US-Präsident Donald Trump seine uneindeutige erste Reaktion auf die Ereignisse bei der Rassisten-Kundgebung in Charlottesville am Dienstagabend vehement: "Ich wollte sicher sein, dass das, was ich sage, korrekt ist", sagte Trump in New York.

"Es gab auf der einen Seite eine Gruppe, die böse war und auf der anderen Seite eine andere Gruppe, die auch sehr gewalttätig war. Das will niemand sagen, aber ich sage es jetzt", erklärte Trump und gab so den Gegendemonstranten Mitschuld an den brutalen Ausschreitungen, bei denen ein mutmaßlich Rechtsradikaler eine Frau mit seinem Pkw tödlich überrollt hatte.

Hier ein Ausschnitt der Pressekonferenz im Video:

Lob vom Ex-Chef des Ku-Klux-Klans

Von Terror sprach Trump nicht und fragte an die linken Gruppierungen gerichtet rhetorisch: "Haben die keine Schuld?"

Trump wird damit plötzlich doch wieder zum Darling der extremen Rechten, die zusammen mit linken Gegendemonstranten die Kleinstadt Charlottesville am Wochenende in Angst und Schecken versetzten.

Eine Karikatur der britischen Zeitung "The Guardian" fasst dabei bitterböse aber treffend zusammen, was viele Amerikaner aktuell über ihren Präsidenten denken.

Das Weiße Haus wird in der Zeichnung des Karikaturisten Ben Jennings von einer Ku-Klux-Klan-Haube gekrönt.

Kurz nachdem Trump in New York seine Pressekonferenz gegeben hatte, kam das Lob der extremen Rechten. Der ehemalige Anführer des Ku-Klux-Klans David Duke twitterte einen Dank an Donald Trump, dass er den Mut habe, die Wahrheit auszusprechen.

Eine Minderheit der Gesellschaft befindet sich im Bürgerkrieg

Nach dem Wochenende scheint es fast so, als sei eine Minderheit der amerikanischen Gesellschaft in eine Art Bürgerkrieg abgerutscht.

Zu Wochenanfang stürzten linke Demonstranten im US-Bundesstaat North Carolina eine Statue, die an die gefallenen Soldaten aus den Südstaaten - die die Sklavenhaltung verteidigten - erinnerte. Dagegen machten wiederum rechtsextreme Aktivisten mobil. Das Städtchen Durham, in der die Statue stand, könnte damit der nächste Schauplatz rechter Gewalt werden.

Dass Trump mit der aufgeheizten Situation in den USA heillos überfordert ist, zeigt er mit seiner unentschiedenen Haltung zu den Protesten. Den USA stehen turbulente Zeiten bevor.

Mehr zum Thema: Ex-Chef des Ku-Klux-Klans sendet Botschaft an Trump, der kurz darauf mit einem Tweet für Wirbel sorgt

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