In 17 ehrlichen Bilder zeigt eine Künstlerin, wie sie mit ihren Depressionen umgeht

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  • Eine junge Künstlerin drückt in Bildern aus, wie sich Depressionen anfühlen
  • Mit ihren Zeichnungen begeistert sie Tausende Menschen
  • Sie hat eine wichtige Botschaft an andere Erkrankte

Die Künstlerin DestinyBlue hatte in ihrem Leben schon viel mit psychischen Problemen zu kämpfen. Anfängliche Angstzustände wechselten sich ab mit Depressionen, die schließlich zu Selbstmordgedanken führten.

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Ihre Kunst war das Einzige, was Blue, wie ihre Fans sie nennen, in dieser Zeit der Auf und Abs half. Mit Hilfe von Zeichnungen konnte sie ihren Schmerz, ihre Ängste und andere belastende Gefühle und Gedanken ausdrücken.

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Die junge Londonerin hat mittlerweile eine große Fangemeinde auf der Webseite “DeviantArt”, auf der sie ihre bunten, einfallsreichen und zutiefst berührenden Bilder postet.

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"Ich brauchte ein Ventil"

"Ich bin in einem nicht besonders ausdrucksfreudigen Elternhaus aufgewachsen, also war ich allein mir mir, mit so vielen Gefühlen - so unterschiedliche Gedanken und Gefühle marschierten fast schon wie eine Armee durch mich hindurch", sagte sie der HuffPost. "Ich fühlte mich, als sei ich Opfer einer Invasion."

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Sie habe einen Weg gebraucht, um diese Gefühle zu begreifen und ein Ventil, um sie abzulassen. "Indem ich zeichnete, konnte ich meine Gefühle auf der Leinwand entwirren", sagt sie.

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Viele Jahre sei ihr gar nicht klar gewesen, dass Grund der Gefühle, die sie in sich trug, eine psychische Krankheit waren.

"Ich fühlte mich faul, traurig und wertlos"

“Ich brauchte sehr lange um zu begreifen, dass ich psychisch krank war und nicht einfach faul, traurig oder wertlos”, sagt sie.

“Über Jahre hinweg funktionierte ich gerade gut genug, dass es so aussah, als wäre alles in Ordnung mit mir. Aber in mir fraßen mich meine Ängste auf wie ein rot leuchtendes Feuer oder ich fühlte mich in meiner Depression wie zu einem leblosen grauen Stein erstarrt.”

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In einem Post auf ihrer Webseite "DeviantArt" beschreibt Blue, wie sich ihre Depression und ihre Ängste anfühlten.

"Alles wird so anstrengend"

“Es war nicht so, dass ich mich nicht auch glücklich fühlen konnte, und in mir herrschte auch nicht totale Traurigkeit", schreibt sie. "Ich fühlte mich traurig, aber das Grausame an der Depression ist, dass sie den Prozess des Lebens an sich so qualvoll macht."

Und sie wird noch konkreter: “Es ist als würde man durch eine zähe Masse laufen, jede Bewegung wird verlangsamt und von klebrigem Teer zurückgehalten. Es nimmt einem den Atem und ist anstrengend. Auch wenn du keine Energie mehr übrig hast, musst du trotzdem weiter gehen."

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Teilweise hatte sie Probleme, alltägliche Dinge wie Wäsche waschen zu erledigen. Unter dem Schleier der Depression schienen solche Aufgaben unmöglich zu schaffen.

"Es war einfach zu viel"

“Meine Kleidung zu waschen war wie ein unüberwindbarer Berg, alleine daran zu denken erforderte so viel Energie”, schreibt die Britin.

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“Ich hätte meine Kleidung waschen können. Aber dann hätte ich die schmutzige Kleidung aufsammeln und sie zur Waschmaschine bringen müssen. Dann die Waschmaschine öffnen, die Kleidung hineintun, die Türe schließen, das Waschmittel öffnen, das Waschmittel einfüllen. Es war einfach zu viel. Also blieb die Kleidung liegen.”

Die Erfahrungen, die Blue beschreibt, sind typisch für Menschen mit Depressionen. Nicht nur fühlt sich die tägliche Routine unschaffbar an, die Krankheit kann auch zu einem allgemeinen Motivationsverlust führen. Viele Betroffene ziehen sich auch sozial zurück.

Der Alltag fühlt sich unbewältigbar an

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Oftmals kommen noch physische Symptome wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen hinzu. Daher fühlen sich viele durch eine Depression wie gelähmt.

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Blue litt viele Jahre unter ihren Ängsten

Blue beschreibt die Angst wie das Gefühl, wenn du dich zu tief in einem Stuhl zurücklehnst und er kurz davor ist umzukippen.

“Dieser plötzliche Panikstoß in deiner Brust, diese halbe Sekunde, in der du deine Arme nach vorne wirfst, um dich am Tisch vor dir festzuhalten, damit du nicht umfällst”, schreibt sie. “Genau dieser schreckliche Moment, der ist es. Er dauerte länger als eine halbe Sekunde, länger als eine Minute, er dauerte über Jahre.”

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2015 litt Blue unter Halluzinationen und Wahnvorstellungen, weshalb sie sich selbst in eine Psychiatrie einwies und einen Monat lang mit ihrer Psychose kämpfte. Seither hatte sie sowohl gute als auch schlechte Tage. Ihren Fokus legt sie nun auf die Behandlung ihres Leidens und wie sie am besten mit diesem umgehen kann.

“Kunst spielt dabei eine ebenso zentrale Rolle wie meine Therapie”, sagte sie der HuffPost.

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Sie hofft, dass ihre Kunst Zugang zu Menschen findet, die ebenfalls mit psychischen Problemen zu kämpfen haben.

"Es gibt Hoffnung"

“Ich will andere, die auch mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, wissen lassen, dass es Hoffnung gibt. Sie sollen spüren, dass sie nicht alleine sind, dass es Menschen gibt, die verstehen, was für ein harter Weg es ist und wie stark man sein muss, um weiterzugehen”, sagt sie.

Unten sind noch mehr von Blues treffenden Zeichnungen zu sehen. Um mehr über die Künstlerin zu erfahren, kannst du ihr auf DeviantArt, Facebook, Instagram und Twitter folgen.

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Dieser Text erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Babette Habenstein aus dem Englischen übersetzt.

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Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr). Beratung für Eltern zum Thema Mobbing findest du unter 0800 111 0550 (Sprechzeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 11.00 Uhr, Di und Do 17.00 - 19.00 Uhr).

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(lk)

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