Nach Air-Berlin-Insolvenz: Weiter Unsicherheit über die Folgen für Verbraucher

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AIR BERLIN
Air Berlin meldet Insolvenz an | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Deutschlands zweitgrößte Airline steckt in größten Sorgen
  • Air Berlin hat am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt
  • Unklar ist jedoch, was das für die Verbraucher bedeutet

Nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin gehen die Sanierungsbemühungen für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft weiter.

Vorstandschef Thomas Winkelmann verhandelt mit Lufthansa und weiteren Interessenten über einen Verkauf von Teilen der Airline. Dabei arbeitet er nach Unternehmensangaben nun mit einem Generalbevollmächtigten zusammen, dem Düsseldorfer Jurist Frank Kebekus.

Als Sachwalter überwacht der Rechtsanwalt Lucas Flöther aus Halle/Saale für die Gläubiger das Verfahren. Er gehört zu den bekanntesten Insolvenzverwaltern Deutschlands.

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"Kunden sollen Air Berlin Vertrauen schenken"

Zwar ist der Flugbetrieb durch einen Kredit des Bundes noch für etwa drei Monate gesichert. Doch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit schloss negative Effekte im Flugbetrieb nicht aus.

Ihr Vorstand Markus Wahl sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Ganz grundsätzlich kann ich nur dafür werben, dass die Kunden der Fluggesellschaft ihr Vertrauen schenken." Mit der Bundesregierung stehe ein potenter Kreditgeber im Hintergrund.

Die Stiftung Warentest wies darauf hin, dass die Tickets gültig bleiben und Flüge weiterhin buchbar seien. "Sollte Air Berlin den Flugbetrieb doch irgendwann einstellen und der Flug auch nicht von einer anderen Airline übernommen werden, erhalten Kunden wahrscheinlich nur wenig oder nichts vom Ticketpreis zurück", warnte die Stiftung.

Entschädigungsansprüche nach Flugstreichungen oder Verspätungen blieben zwar bestehen. "Ob die Airline aber solche Forderungen der Passagiere zahlen kann, hängt davon ab, wie es mit Air Berlin weitergeht", hieß es.

Auch der Herausgeber des "Handelsblatts", Gabor Steingart, mahnt zur Vorsicht in Bezug auf Air Berlin. Er schreibt:

"Was einen allerdings stutzig macht ist, dass das Management mitteilt, es wolle sich ohne Insolvenzverwalter, also in eigener Regie, sanieren. Im Interesse der Sicherheit im deutschen Flugverkehr sollte der Staat wachsam sein. Bislang sparte die notleidende Fluggesellschaft schon am Service und an der Pünktlichkeit."

Lufthansa soll Teile von Air Berlin übernehmen

Air Berlin hatte am Dienstag die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, dabei bleibt das bisherige Management in Verantwortung. Hintergrund der Insolvenz ist nach Unternehmensangaben, dass der Großaktionär Etihad kein weiteres Geld in die defizitäre Fluggesellschaft stecken will.

Eine Teilübernahme durch den Lufthansa-Konzern muss nach Auffassung eines Verbraucherschützers nicht automatisch zu höheren Ticketpreisen für Passagiere führen.

"Es wird auch darauf ankommen, wer noch zum Zuge kommt", sagte der Touristik-Experte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Felix Methmann, der Deutschen Presse-Agentur. Der Wettbewerb auf dem deutschen Luftverkehrsmarkt könne sich künftig durchaus verschärfen, erklärte er mit Blick auf die Angebote zahlreicher europäischer Billigfluggesellschaften.

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Kritik von Ryan Air

Vor allem die irische Fluggesellschaft Ryanair hatte die Insolvenz und die staatliche Zwischenfinanzierung von 150 Millionen Euro scharf kritisiert. Sie laufe auf eine Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa hinaus und werde in Deutschland zu höheren Ticketpreisen führen.

Der Ryanair-Konkurrent Easyjet soll Branchengerüchten zufolge an Teilen von Air Berlin interessiert sein. Weder Easyjet noch Air Berlin wollten das bislang kommentieren.

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(mf)

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