Redner auf AfD-Veranstaltung in Magdeburg lobt Waffen-SS - und bekommt vom Publikum Applaus

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  • Ein Redner lobt bei einer AfD-Veranstaltung die Waffen-SS - und bekommt Applaus
  • Der Holocaust-Leugner Horst Mahler wird als Freiheitskämpfer bezeichnet

Für unabhängige Beobachter steht schon länger fest: Die AfD ist ein Sammelbecken für Rechtsextreme.

Denn allzu offen bedient insbesondere der Flügel um Björn Höcke und André Poggenburg ein radikales Klientel. Zuletzt gab AfD-Sprecherin Frauke Petry sogar zu, dass es "vereinzelt" Rechtsextreme in der Partei gebe.

Kein Wunder, denn die Partei schmückt sich mit vermeintlichen Experten, die radikal rechtes Gedankengut verbreiten. So auch zuletzt bei einem sogenannten Russlandkongress (hier ein ausführlicher Bericht der "FAZ über das Treffen) der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt.

"Selbstständige Köpfe in der Waffen-SS"

Dort trat unter anderem Jan von Flocken auf, Autor beim rechtsradikalen Magazin "Compact“ und der neurechten Zeitung "Junge Freiheit".

Ein Video des Auftritts kursiert seit kurzem auf Twitter.

Flocken spricht dort über aufrechte deutsche Offiziere, die er nicht etwa in der Bundeswehr, sondern zu Zeiten des Dritten Reiches verortet. "Über das preußische Heer, das Reichsheer bis hinein in die heute verfemte, viel geschmähte Wehrmacht, wo auch viel mehr selbstständige Köpfe saßen – bis hin zu Generalen der Waffen-SS."

Für die Aussage bekam Flocken Applaus vom Publikum.

Holocaust-Leugner als Vorbild

Dass auf einem Treffen einer Partei, die demnächst aller Wahrscheinlichkeit nach in den Bundestag einzieht, die Waffen-SS gelobt wird, gehört zu den traurigen Kapiteln der jüngeren deutschen Geschichte. Bisher waren solch krude Aussagen der NPD vorbehalten, die in jüngerer Vergangenheit nie wirklich eine Chance hatte, die 5-Prozent-Hürde zu überspringen.

Auch an anderer Stelle provozierte Flocken.

Es gebe "auch in Deutschland politische Gefangene – und nicht nur Horst Mahler", sagte er. Dazu muss man wissen: Der Rechtsradikale Horst Mahler leugnet den Holocaust. 2009 wurde er zu einer zehnjährigen Haftstrafe unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt.

Denn in Deutschland gebe es "ein politisches Strafrecht, das Meinungen unter Generalverdacht stellt und dafür kommen Leute ins Gefängnis". Auch die Leugnung des Holocaust scheint für Flocken eine zulässige Meinung zu sein.

Bleibt die Frage, ob die AfD demnächst versucht, diese Meinung gesellschaftsfähig zu machen.

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(lp)

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