Ex-Chef des Ku-Klux-Klans sendet Botschaft an Trump - der sorgt kurz darauf mit einem Tweet für Wirbel

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
Rechtsradikale fühlen sich von Trump verraten | Jonathan Ernst / Reuters
Drucken
  • Donald Trump hat die Gewalt Rechtsradikaler in Charlottesville verurteilt
  • Der Ex-Chef des Ku-Klux-Klans wendet sich daraufhin mit einer Botschaft an den Präsidenten

Nach tagelangem Zögern hat auch Donald Trump die tödliche Gewalt von Rechtsextremen in Charlottesville verurteilt.

Der ehemalige Chef des Ku-Klux-Klans, David Duke, glaubt aber offensichtlich nicht, dass Trump seine Aussage ernst meint - und sieht einen schädlichen Einfluss der Medien auf den Präsidenten.

Kurze Zeit nachdem Trump in einer Rede die Gewalt im US-Bundesstaat Virginia verurteilt hatte, behauptete Duke auf Twitter, dass Trump von den Medien manipuliert worden sei.

"Ich bitte Sie, solche Dinge nicht zu sagen"

"Es ist wirklich erstaunlich, wie es den Medien gelingt, den Präsident der Vereinigten Staaten in die Enge zu treiben und ihn dazu zu zwingen, ihre Fake News zu wiederholen", schrieb er.

Kurz darauf postete Duke auf Twitter ein antisemitisches Video, in dem er Trump direkt ansprach und behauptete, dass die weißen Nationalisten Gewalt ablehnten. Er nannte es "lächerlich", dass Trump sich gegen die Gewalt in Charlottesville ausgesprochen hatte.

"Präsident Trump, ich bitte Sie um Gottes Willen, Sie müssen solche Dinge nicht sagen", sagt Duke in dem Video. Und weiter: "Dabei wird nichts Gutes herauskommen."

Trump hatte sich am Montag in einer Rede an die Nation gewandt, nachdem er am Wochenende heftig kritisiert wurde, weil er die Gewalt der Rechtsradikalen nicht klar verurteilt hatte. Insgesamt kamen bei den Protesten drei Menschen ums Leben - zwei der Opfer waren Polizisten, die mit einem Helikopter abgestürzt waren.

Trump: "Rassismus ist böse"

"Egal welche Hautfarbe wir haben, wir leben alle unter denselben Gesetzen, wir salutieren alle derselben großartigen Flagge und wir wurden alle von demselben allmächtigen Gott geschaffen", erklärte Trump am Montag.

"Rassismus ist böse", sagte Trump weiter. Die, die im Namen von Rassismus Gewalt ausübten, seien "Kriminelle". Das gelte auch für den Ku-Klux-Klan, Neonazis und Mitglieder rassistischer Bewegungen.

Zuvor hatten rechtsradikale Gruppierungen Trump für seine vagen Aussagen vom Wochenende noch gelobt. Duke hatte Trump außerdem vor einer deutlichen Verurteilung gewarnt.

Duke hatte getwittert: "Ich würde Ihnen empfehlen, in den Spiegel zu schauen und sich daran zu erinnern, dass es weiße Amerikaner waren, die Sie ins Weiße Haus gebracht haben und nicht radikale Linke."

Duke hatte am Samstag auch davon gesprochen, dass die Proteste in Charlottesville dabei helfen würden, Trumps Versprechen zu erfüllen.

Trump retweetet Rechtsradikalen

"Die Demonstration ist ein Wendepunkt in der Geschichte unseres Landes", hatte Duke gesagt. "Wir sind entschlossen, unser Land zurückzuerobern. Wir werden die Versprechen Trumps erfüllen."

Dass Trump auf die Unterstützung der radikalen Rechten nicht ganz verzichten will, zeigte er am Montagabend. Trump retweetete einen Post von Jack Posobiec, der einer der führenden Köpfe der radikalen Alt-Right-Bewegung ist.

Der hatte auf Twitter geschrieben: "Während wir hier diskutieren gab es in Chicago 39 Schießereien mit 9 Toten. Und die Medien regen sich nicht darüber auf. Warum?"

Dieser Artikel erschien in leicht veränderter Form zuerst bei der amerikanischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Benjamin Reuter übersetzt.

(lp)

Korrektur anregen