Weggefährten berichten über Kim Jong-uns Kindheit: Der Diktator sprach Deutsch

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  • Kim Jong-un hat eine Berner Schule besucht
  • Dort lernte er Deutsch – und fiel Berichten zufolge durch aggressives Verhalten auf
  • Die wichtigsten Aussagen des Textes seht ihr auch im Video oben

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA brodelt weiter – und im Fokus stehen zwei Männer, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Über den einen – US-Präsident Donald Trump – weiß man mehr, als einem manchmal lieb ist. Der andere – Nordkoreas Diktator Kim-Jong-un – ist mitunter ein Phantom.

Nicht selten verschwindet Kim für mehrere Tage, manchmal gar Wochen, von der Bildfläche. Über den Hintergrund und die Kindheit des nordkoreanischen Staatschefs ist wenig bekannt. Nur eins gilt als sicher: Kim Jong-un soll als Kind in der Schweiz gelebt und dort zur Schule gegangen sein. Die "Washington Post“ hat versucht, Kims Kindheit zu rekonstruieren – und einige spannende Anekdoten gesammelt.

Die wohl interessantesten Anhaltspunkte über das Leben des heutigen Diktators liefert eine Frau, die seit 1998 in den USA lebt. Ko Yong Suk ist die Tante des nordkoreanischen Anführers und floh Ende der 90er-Jahre in die Vereinigten Staaten, wo ihr die CIA in der Hoffnung, Informationen über das nordkoreanische Regime zu erhalten, eine neue Identität verschaffte.

Kim lernte Deutsch

Zuvor, so berichtet Ko, zog sie Kim Jong-un mehrere Jahre lang mit groß – und zwar in der Schweiz.

Mit zwölf Jahren zog Kim Jong-un demnach nach Bern, wo Ko bereits seit vier Jahren lebte. Die Familie wohnte in der Kirchstraße 10 in Liebefeld bei Bern. Nach einem älteren Bericht der "Washington Post“ aus dem Jahre 2009 besuchte Kim die Liebefeld-Steinhölzli Schule.

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Hier soll Kim gewohnt haben

Der nordkoreanische Diktator, der heute nicht von wenigen als gefährlichster Mann der Welt gesehen wird, lernte als Kind also Deutsch. Wer da neben ihnen in der Klasse saß, wussten die Schweizer Schüler allerdings nicht, wie einige ehemalige Klassenkameraden heute berichten.

Als "Sohn eines Botschafters“ war der Schüler damals bekannt, auch sein Name deutete noch nicht auf seine Rolle in der Kim-Dynastie hin: Pak Un nannten die Lehrer den späteren DVRK-Chef. Das berichtet unter anderem die "Berner Zeitung“, die ebenfalls versucht hat, die Kindheit des Diktators zu rekonstruieren.

Kim selbst soll bereits seit seinem achten Lebensjahr gewusst haben, dass er der Thronfolger ist.

"Er trat uns und spuckte"

"Er trug immer die neuesten Nike-Air-Jordan-Turnschuhe, vermutlich hatte er ein Dutzend davon zu Hause“, erzählte eine ehemalige Mitschülerin Kims der Zeitung. Demnach sei der Nordkoreaner ein Außenseiter gewesen, auch wegen seiner aggressiven Art. "Er trat uns in die Schienbeine oder spuckte uns sogar an“, berichtet die Frau.

Seine Tante, die bis zu ihrer Flucht auf Kim aufpasste, spricht dagegen von einer normalen Kindheit. "Ich habe ihn ermutigt, Freunde nach Hause zu bringen. (…) Sie haben Kuchen gegessen und mit Lego gespielt“, sagte sie der "Washington Post“.

Es ist eine merkwürdige Vorstellung. Ob Kim beim Legospielen mit seinen Freunden Deutsch sprach?

"Eine brillante Nachfolge"

Im Jahr 2000 soll es mit Lego ohnehin vorbei gewesen sein. "Abrupt" soll die Rückreise nach Nordkorea vonstatten gegangen sein, berichten Medien. Damals war Kim 16.

Offenbar steckte dahinter der Plan, Kim auf eine baldige Nachfolge Kim Jong-ils vorzubereiten, der wohl mindestens seit den frühen 2000er-Jahren an einer schweren Krankheit litt.

Im Jahr 2001 zumindest erschien in einer nordkoreanischen Parteizeitung zum ersten Mal ein Artikel, der die Menschen auf einen Abtritt ihres geliebten "Ewigen Generalsekretärs" vorbereiten sollte. "Eine brillante Nachfolge", war der Titel.

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(jg)

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