Zahl der Hartz-IV-Sanktionen steigt deutlich - gegen eine Gruppe gehen Jobcenter besonders hart vor

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ARBEITSAGENTUR
Menschen warten vor einem Jobcenter in Berlin | Bloomberg via Getty Images
Drucken
  • Jobcenter verhängten bis April über 315.000 neue Hartz-IV-Sanktionen
  • Vor allem junge Menschen werden mit Strafen belegt
Die Jobcenter gehen wieder härter gegen Hartz-IV-Empfänger vor. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtet, verhängten sie in den ersten vier Monaten deutlich mehr Sanktionen gegen Hartz-Empfänger als im Vorjahreszeitraum.

Laut "Bild" registrierte die BA von Januar bis Ende April bereits 315.155 neue Sanktionen. Das waren 11.091 mehr als im gleichen Zeitraum 2016.

Viele Sanktionen sind willkürlich

Allein im April gab es demnach 85.418 neue Strafen, davon allein 20.056 in Nordrhein-Westfalen und 13.692 in Berlin. Die meisten (rund 67.000) wurden wegen Meldeversäumnissen verhängt.

Im Schnitt wurden den Betroffenen die Leistungen um 109 Euro gekürzt. Viele Sanktionen seien dabei völlig willkürlich, klagen Experten.

7317 Hartz-Empfänger bekamen überhaupt keine Leistungen mehr, weil sie mehrfach Jobs verweigert oder Termine verpasst hatten.

Am häufigsten von Sanktionen betroffen waren junge Arbeitslosengeld-II-Empfänger unter 25 Jahren. Im April liefen Sanktionen gegen 3,7 Prozent aller unter 25-jährigen Hartz-Empfänger. Bei den 25- bis 55-Jährigen betrug die Sanktionsquote 3,5 Prozent bei den über 55-Jährigen sogar nur 0,8 Prozent.

Mehr zum Thema: Hartz-IV-Empfängerin klagt an: "Ich bin es leid, schikaniert zu werden"

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

(lk)

Korrektur anregen