Nach rassistischer Gewalt in Charlottesville: Trump äußert sich endlich zum Ku-Klux-Klan

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  • Der US-Präsident hat zum ersten Mal Rassisten die Schuld für die Ausschreitungen in Virginia gegeben
  • Der Ku-Klux-Klan, Neonazis und Rechtsradikale seien "Kriminelle"

Jetzt also doch: US-Präsident Donald Trump hat die "rassistische Gewalt" von Charlottesville verurteilt. In einem Statement sagte Trump: "Egal welche Hautfarbe wir haben, wir leben alle unter denselben Gesetzen, wir salutieren alle derselben großartigen Flagge und wir wurden alle von demselben allmächtigen Gott geschaffen."

"Rassismus ist böse", sagte Trump. Die, die im Namen von Rassismus Gewalt ausübten, seien "Kriminelle". Das gelte auch für den Ku-Klux-Klan, Neonazis und Mitglieder rassistischer Bewegungen.

Trump war scharf kritisiert worden, nachdem der US-Präsident nach der Neonazi-Demo, bei der eine Gegendemonstrantin getötet wurde, feststellte, es gäbe Gewalt von "vielen Seiten". Immer wieder werfen Beobachter und politische Gegner ihm vor, enge Verbindungen zu rechten Gruppierungen zu unterhalten.

Viele der in Charlottesville aufmarschierenden Radikalen gaben sich selbst als Trump-Unterstützer zu erkennen. Auch der bekannte ehemalige KKK-Führer David Duke marschierte ihn Charlottesville mit – und erklärte, er erfülle "die Versprechen Trumps".

Die sogenannte "Alt-Right-Bewegung", der sich viele der Demonstranten zugehörig fühlen, hatte sich im US-Wahlkampf in großen Teilen hinter Trump gestellt. Mit Steve Bannon hat Trump eine Ikone der "Alt-Right" zu seinem Chefstrategen im Weißen Haus gemacht. Auch Topberater Stephen Miller gilt als ultrarechter Demagoge.

Nach dem gewaltsamen Wochenende in Virginia nimmt der Druck auf Trump zu, mit diesen Kreisen zu brechen. Wenig verwunderlich wird nun schon darüber spekuliert, ob Bannon der Nächste aus Trumps Team ist, den der Präsident entlässt.

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(ben)

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