Migräne bei Kindern: Was die Symptome sind und was helfen kann

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HEADACHE CHILD
Auch Kinder können Kopfschmerzen haben | IvanJekic via Getty Images
Drucken
  • Kinder und Jugendliche können Migräne haben
  • Die Symptome sind jedoch nicht immer dieselben wie bei Erwachsenen
  • Wie Eltern ihren Kindern am besten helfen

"Hölle im Kopf", "Bauchschmerzen im Kopf" oder einfach sehr starke Kopfschmerzen - Kinder und Jugendliche beschreiben eine Migräne-Attacke unterschiedlich. Viele können es vielleicht einfach auch noch nicht einordnen, was gerade mit ihnen los ist.

Migräne bei Heranwachsenden ist aber keine Seltenheit. Das Kinderschmerzzentrum geht davon aus, dass jedes zehnte Kind bereits unter Migräne leidet. Haben Eltern auch immer wieder Migräne, ist das Risiko erhöht, dass auch Tochter oder Sohn darunter leiden.

Dabei gibt es durchaus Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern. Während ab der Pubertät (mit der oft die erste Attacke kommt) mehr Mädchen und Frauen betroffen sind, leiden unter Kindern mehr Jungen unter den hämmernden Kopfschmerzen, erklärt der Bundesverband für Kinder- und Jugendärzte.

Mehr zum Thema: Ich hatte jahrelang Migräne - bis ich auf diese zwei Dinge verzichtet habe

Mancher der Betroffenen leidet alle zwei Tage unter Migräne, andere nur zwei Mal im Jahr.

Wie erkennt ihr Migräne bei Kindern?

Die pochenden Schmerzen betreffen bei Jugendlichen und Kindern aber nicht wie bei Erwachsenen nur eine Gehirnhälfte. In der Regel schmerzen beide Kopfseiten und die Stirn heftiger als bei anderen Kopfschmerzen. Den Betroffenen ist zudem übel und manche müssen sich auch erbrechen.

Auf Licht, Gerüche und Lärm können Menschen während der Migräne-Attacke sensibel reagieren. Alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen verschlimmern das Gefühl. Zum Vergleich: Bei Spannungskopfschmerzen hingegen hilft Bewegung.

Die Attacke kann bei Kindern und Jugendlichen durchaus nur wenige Stunden, aber auch bis zu zwei Tage andauern.

Viele Kinder und Jugendliche ziehen sich während der Schmerzphase instinktiv zurück und versuchen zu schlafen.

Manche Experten gehen davon aus, dass der Körper genau das zum Ziel hat. Und zwar schon dann, wenn der Betroffene noch keine Schmerzen verspürt - sich die Attacke aber bereits ankündigt.

Mehr zum Thema: Migräne: Diese acht Tipps machen den Kopfschmerzen ein Ende

Was sind die ersten Hinweise, dass eine Attacke ansteht?

Die einen haben in dieser Vorphase so etwas wie Heißhunger, andere haben keine Lust zu essen. Ihre Stimmung schwankt, manche gähnen auch viel und sind müde. Die Konzentration lässt nach, Kinder hören plötzlich auf zu spielen.

Die Symptome sind abhängig davon, welche Zentren im Gehirn die Migräne betrifft, erläutert das Kinderschmerzzentrum in diesem Erklärvideo.

Eine sogenannte Aura, also Sehstörungen wie Flimmern, haben Kinder aber nicht unbedingt. Wenn dann berichten die kleinen Patienten durchaus von fantastischen Bildern, die sie sehen.

Wie können Eltern helfen?

Beginnt die "Hölle im Kopf", sollten Eltern ihre Kinder ernst nehmen und nicht versuchen, die Beschwerden runterzuspielen. Das Deutsche Kinderschmerzzentrum nennt als erste Hilfe bei Migräne durchaus altersgerechte Schmerzmittel.

Fachleute raten aber davon ab, Schmerzmittel ohne ärztliche Abklärung zu geben. Denn die meisten Medikamente sind für Erwachsene gedacht - nicht für Heranwachsende.

Und es gilt zu bedenken: Auch eine zu häufige Einnahme von alterskonformen Schmerzmitteln kann zu starken Kopfschmerzen führen.

Aber vielen Kindern geht es bereits besser, wenn sich während einer Migräne-Attacke in einem ruhigen und abgedunkelten Zimmer schlafen konnten.

2017-06-20-1497957385-7066081-HuffPost1.png
Erste Worte, erstes Durchschlafen - und der erste Kita-Platz: All das ist Thema in unserer Eltern-Gruppe bei Facebook. Meldet euch hier an.

Mehr zum Thema: Menschen mit Migräne wollen, dass ihr diese 7 Dinge wisst

Wann solltet ihr zum Arzt?

Hat ein Kind also innerhalb von drei Monaten häufiger Kopfschmerzen, ist es Zeit, sich beim Arzt Rat zu holen. Die Therapie von kindlichen Kopfschmerzen ist sehr komplex, da die Gründe für die Schmerzen sehr unterschiedlich sein können.

Ausreichend trinken, viel Schlaf und Ausdauersport können den jungen Patienten ebenso helfen wie auf Kinder abgestimmte Medikamente oder Dehnübungen für Nacken und Schultern.

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, herauszufinden, was die Auslöser sind. Denn dabei schreiben die Kinder oder ihre Eltern auf, was vor der Attacke passiert ist. Gerade wenn Kopfschmerzen immer wiederkehren, kann somit der Auslöser ermittelt werden - selbst wenn es keine Migräne ist.

Mehr zum Thema: 5 Symptome, dass deine Kopfschmerzen etwas Schlimmeres sein könnten

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lk)

Korrektur anregen