"Buntes Klientel": AfD-Sprecherin Frauke Petry verharmlost Rechtsextreme in ihrer Partei

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PETRY
AfD-Sprecherin Frauke Petry gibt zu, dass es rechtsextreme in ihrer Partei gibt | Screenshot/ARD
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  • Dass die AfD ein Problem mit Rechtsextremen hat, weiß eigentlich jeder
  • Richtig offen hat das die Partei bisher nicht zugegeben
  • AfD-Sprecherin Petry hat nun Probleme eingestanden - zumindest ein bisschen

Für unabhängige Beobachter steht schon länger fest: Die AfD ist ein Sammelbecken für Rechtsextreme.

Denn allzu offen bedient insbesondere der Flügel um Björn Höcke und André Poggenburg ein radikales Klientel.

Gegen Höcke läuft wegen seiner umstrittenen Rede in Dresden ein Parteiausschussverfahren. Er nannte das Holocaust-Mahnmal ein "Denkmal der Schande im Herzen der Hauptstadt". Poggenburg geriet aufgrund interner Chat-Protokolle unter Beschuss. So erklärte der Landeschef in Sachsen-Anhalt unter anderem: "Deutschland den Deutschen!"

In der ARD-Polit-Talkshow "Frag selbst" stellte sich AfD-Sprecherin Frauke Petry nun den Fragen der Zuschauer und Facebook-Nutzer.

Natürlich musste Moderatorin Tina Hassel auch fragen: "Gibt es Rechtsextreme in der AfD?"

Und da war es, das Eingeständnis. Petry antwortete mit: "Vereinzelt". Dass sich die Rechtspopulistin so schmallippig gab, lag allerdings nicht an der Frage, sondern an dem Format. Denn Petry sollte möglichst viele Fragen innerhalb einer Minute beantworten.

AfD hat ein "buntes Klientel" eingesammelt

Wie Petry wirklich über Rechtsextreme in ihrer Party denkt, wurde wenige Minuten zuvor deutlicher. Hassel hatte gefragt, wie es Petry findet, dass Antisemiten, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextremisten in der AfD untergekommen sind.

Aus Sicht der AfD-Politikerin sei es für eine "junge Partei" normal, "manchmal buntes Klientel einzusammeln".

Weiter erklärte sie, dass die Partei reagiert habe, "wenn es eine Grenzüberschreitung gibt". Allerdings sei es sehr schwer, diese Leute aus der Partei auszuschließen. "Man muss am Anfang ganz genau hingucken und das ist uns nicht in allen Fällen gelungen", gibt Petry zu.

Ein Seitenhieb auf Höcke? Möglich. Denn auch nach Monaten parteiinternen Diskussionen ist der Thüringer AfD-Chef nach wie vor in der Partei.

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