LIFESTYLE
13/08/2017 13:43 CEST | Aktualisiert 14/08/2017 12:09 CEST

Aufregung über Beitrag der "Sportschau": Sexismus-Vorwurf gegen die ARD

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Aufregung über Beitrag der "Sportschau": Sexismus-Vorwurf gegen die ARD

  • Die "Sportschau" hat zwei Leichtathletinnen eine leicht anrüchige Frage gestellt

  • Auf ihrer Facebook-Seite erntete die Sportsendung deshalb deutliche Kritik

Sport und Sex sind - natürlich - zwei verschiedene Dinge. Das eine hat vornehmlich mit Leistung zu tun, das andere vornehmlich mit Spaß. Je nach Person.

Das Problem: Wann immer Frauen Sport betreiben, wird von außen irgendwie Sex ins Spiel gebracht. Da wird von Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter nach den kurzen Hosen von Fußballerinnen gelechzt, von Weltklasse-Trainern und -Spielern die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus angeschäkert und generell dem Aussehen vieler Athletinnen besondere Bedeutsamkeit beigemessen.

Und auch Journalistinnen sind zu diesem latenten Sexismus fähig, wie ein Beitrag der ARD-"Sportschau" über zwei deutsche Leichtathletinnen beweist.

"Schwimmflügel - oder oben ohne?"

Die beiden Staffelläuferinnen Lisa Mayer und Gina Lückenkemper sollten in einem Beitrag über ihr Training für die Weltmeisterschaft eine Frage beantworten: "Im Falle einer WM-Medaillie, würdest du die Interviews in der Mixed Zone lieber in Schwimmflügeln geben - oder die Ehrenrunde oben ohne erleben?"

Die beiden Sportlerinnen konnten über die Frage herzlich lachen. Klar, beide würden dann doch lieber die Schwimmflügel anziehen.

Die Facebook-User auf der "Sportschau"-Seite fanden den Beitrag und die Frage jedoch nicht so lustig. "Junge Frauen treiben die Einschaltquote hoch. Da rutscht man doch auch schon mal in den Sexismus ab", lamentierte einer.

Ein Nutzer fragte, ob es auch eine Herrenstaffel gebe - "wurde die vor die Wahl 'Schwimmflügel' oder 'unten ohne' gestellt?" Und eine junge Frau brachte es deutlich auf den Punkt: "Wer denkt sich denn so eine dämliche Frage für die Frauen aus?"

Die "Sportschau" wehrt sich - und macht es noch schlimmer

Auf einen Kommentar pampte die "Sportschau" dann sogar zurück.

"Den Mädels wünsche ich viel Erfolg! Und den Redakteuren, die diese Seite betreuen einen Anti-Sexismus-Lehrgang", schrieb der entsprechende Nutzer. Die "Sportschau"-Verantwortlichen antworteten: "Zur Diskussion dürfen wir an dieser Stelle beitragen, dass es eine Kollegin war, die diese Fragen gestellt hat und keine Redakteure, die einen 'Anti-Sexismus-Lehrgang' besuchen müssten."

Als ob Frauen nicht sexistisch seien könnten. Sexismus mit Sexismus beantworten - keine gute Idee.

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(lp)

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