POLITIK
12/08/2017 23:11 CEST | Aktualisiert 13/08/2017 09:55 CEST

Ehemaliger KKK-Anführer zu Charlottesville: "Wir machen die Versprechen von Trump wahr"

Jonathan Ernst / Reuters
Ehemaliger KKK-Anführer zu Charlottesville: "Wir machen die Versprechen von Trump wahr"

  • Der ehemalige Ku-Klux-Klan-Anführer Duke hat die Ausschreitungen in Virginia mit Trump in Verbindung gebracht

  • Was hier passiere, sei die "Erfüllung der Versprechen Trumps"

  • Der Präsident verschwieg die massive Neonazi-Problematik in seinem Statement

In Charlottesville im Bundesstaat Virginia zeigt sich gerade die dunkle Seite der USA. Fackeltragende Neonazis marschieren durch die Studentenstadt, es kommt zu Prügeleien mit Gegendemonstranten, ein Auto rast in eine Menschengruppe und tötet mindestens drei Menschen.

Rechtsextremisten skandieren Naziparolen. Doch noch ein anderer Schlachtruf ist immer wieder zu hören: "Heil Trump.“

Der US-Präsident verurteilte die Ausschreitungen zwar "auf schärfste Art und Weise“. Doch für viele Rechte und Neonazis in Charlottesville ist er trotzdem eine Ikone.

Auch der frühere Ku-Klux-Klan-Führer David Duke, der die "Vereinigt die Rechte“-Demonstration besuchte, nannte den Aufmarsch jetzt "die Erfüllung der Versprechen von Donald Trump“.

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David Duke nahm an dem Aufmarsch teil

"Das markiert einen Wendepunkt für die Menschen in diesem Land“, sagte Duke, der Trump bereits im Wahlkampf unterstützt hatte. Der US-Präsident habe versprochen, er werde das Land wieder "zurückerobern“ – "und genau das müssen wir tun“.

Trump distanziert sich nicht

Trump distanzierte sich derweil nicht von den aufmarschierenden Extremisten, die in seinem Namen in Charlottesville wüteten. Nicht ein einziges Mal sprach er die Neo-Nazis direkt an, das mutmaßliche Pkw-Attentat erwähnte er mit keinem Wort, als er am Samstagabend eine Pressekonferenz gab.

Mehr zum Thema: Trump kommentiert Neonazi-Ausschreitungen – viele sehen sein Statement als "neuen Tiefpunkt"

Trump verurteilte stattdessen die "ungeheuerliche Gewalt, von vielen Seiten“. Es gebe in Amerika "keinen Platz" für Gewaltausbrüche wie den in Charlottesville, sagte er bei dem Auftritt in Bedminster (New Jersey), wo er derzeit einen Arbeitsurlaub verbringt.

Er rief seine Landsleute dazu auf, zusammenzustehen und einander - ungeachtet aller Differenzen - "zu lieben". Trump versprach eine "rasche Wiederherstellung von Recht und Ordnung“ – "kein Bürger sollte sich Sorgen um seine Sicherheit machen müssen“, fügte er hinzu.

Mit Material der dpa.

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