SPD-Frau Chebli wütend: "Meine Schwestern werden rassistisch beschimpft – und zeigen auch noch Verständnis"

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CHEBLI
Zwei Schwestern von SPD-Frau Chebli wurden rassistisch beleidigt – deren Antwort hat es in sich | SPD
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  • In einem "Spiegel"-Gastbeitrag berichtet SPD-Frau Chebli über rassistische Beleidigungen
  • Zwei ihrer Schwester seien Opfer geworden – und hätten auch noch Verständnis gezeigt

"Niemand beschimpft meine Schwestern“, schreibt SPD-Politikerin Sawsan Chebli. Die ehemals Sprecherin des Auswärtigen Amts ist wütend über das, was sie derzeit in Deutschland erlebt. Oder besser gesagt: Ihre Familie.

Chebli hat zwölf Geschwister, mehrere ihrer Schwestern tragen ein Kopftuch. Die Cheblis sind palästinensischer Herkunft, 1970 kamen ihre Eltern als Flüchtlinge nach Deutschland.

In einem "Spiegel“-Gastbeitrag berichtet sie nun von rassistischen Beleidigungen – und einem verkehrten Verständnis für diese. Schon die erste Szene, die die Berliner Politikerin beschreibt, hat es in sich:

"Ich verstehe sie", sagt meine Schwester. Ich: "Wen verstehst du?" Sie: "Mich hat gerade ein Mann angerempelt und geschrien 'Flüchtlinge raus'. Und weißt du was, Sawsan? Ich nehme ihm das nicht mal übel."

Dankbarkeit ja, Ausgrenzung nein

Auch eine andere Schwester habe ihr ähnliches berichtet. "Verpisst euch endlich“, habe ein Mann sie angebrüllt. Ihre Antwort an Chebli: "Wenn unsere Leute so viel Mist bauen, müssen wir uns nicht wundern, dass der so reagiert.“

Die SPD-Politikerin, die immer wieder für die Rechte von Muslimen eintritt, schreibt, sie sei "völlig platt“. Es sei unglaublich, dass immer mehr Muslime Verständnis für fremdenfeindliche Angriffe zeigten. Offenbar nimmt sie ihre eigene Familie hier nicht aus.

Chebli beteuert, sie sei dankbar, "nicht im Lager im Libanon, sondern in Deutschland zu leben“. Sich gegen Fremdenfeindlichkeit zu wehren habe aber nichts mit Undankbarkeit zu tun.

"Es ist richtig, dankbar zu sein, und auch ich versuche mich immer in die Lage des anderen zu versetzen. Aber ihr dürft euch niemals einreden lassen, ihr gehört nicht dazu“, habe sie deshalb auch ihren Schwestern gesagt.

Recht hat sie.

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