Neonazi-Wahnsinn in US-Kleinstadt: Auto rast in Gegendemonstranten, mindestens drei Tote

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EIL – Ausschreitungen bei Neonazi-Demo un US-Stadt Charlottesville: Auto fährt Gegendemonstranten an | Twitter
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  • In der US-Kleinstadt Charlottesville ist ein Autofahrer bei einer Neonazi-Demo in Gegendemonstranten gerast
  • Schon vorher kam es zu brutalen Ausschreitungen

Es sind Bilder, die böse Erinnerungen wecken. Ein Auto rast mit voller Geschwindigkeit in eine Menschengruppe.

Dieses Mal ist es in den USA passiert – bei einem Aufmarsch von Rechtsradikalen in der Kleinstadt Charlottesville in Virginia. Die Opfer – so sieht es derzeit aus – sind Gegendemonstranten, die sich den Neo-Nazis in den Weg gestellt hatten.

Bereits zuvor war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Gegendemonstranten gekommen. Schon Stunden, bevor die Veranstaltung am Samstag überhaupt begann, lieferten sich Teilnehmer beider Seiten teils heftige Schlägereien. Mehrere Menschen wurden verletzt, wie der Sender CNN meldete.

Dann passierte das Unvorstellbare. Ein Auto raste unkontrolliert in eine Gruppe Gegendemonstranten, wie mehrere lokale Quellen berichten. Mindestens 26 Menschen seien demnach bei dem Zusammenprall verletzt worden, einige schwer. Mittlerweile ist klar, dass mindestens drei Menschen die mutmaßliche Attacke nicht überlebt haben.

Die Polizei konnte den Fahrer Minuten nach dem Vorfall festnehmen – sie spricht von "Mord".

Täter bremst nicht, fährt im Rückwärtsgang davon

Mehrere Videos in den sozialen Netzwerken zeigen offenbar den Zeitpunkt des brutalen Crashes. Darin auch zu sehen: Nach dem Zusammenprall flieht der Fahrer in dem schwer beschädigten Wagen im Rückwärtsgang.

Auch deshalb lag schon früh die Annahme nah, dass es sich um eine gezielte Attacke handelt.

(Achtung: Das folgende Video könnte Zuschauer verstören)

Spezialkräfte waren am Ort des Geschehens.

Der Gouverneur von Virginia, Terry McCauliffe, und städtische Stellen hatten für Charlottesville bereits zuvor den Ausnahmezustand ausgerufen. Eine solche Maßnahme erleichtert es, zusätzliche Sicherheitskräfte heranzuziehen, wenn dies für nötig gehalten wird.

Die Kritik gilt nun auch Donald Trump

Anlass für die Kundgebung unter dem Motto "Vereinigt die Rechte" war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-General Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen. Erwartet wurden bis zu 6000 Teilnehmer aus verschiedenen Spektren der Ultrarechten.

Donald Trump äußerte sich – vor dem mutmaßlichen PKW-Angriff – bei Twitter zu den Vorfällen. Er verurteile alles, "wofür Hass steht". Der US-Senator Chuck Schumer warf Trump vor, damit nicht explizit den Hass der Rechtsextremisten zu verurteilen. "Bis das passiert, hat er seinen Job nicht gemacht", schrieb der Demokrat.

Die regionale Zeitung "The Daily Progress" hatte bereits in ihrer Samstagsausgabe mit einem Trump-kritischen Titelblatt auf die Proteste des Vorabends reagiert. "Fire and Fury", "Feuer und Zorn" hatte Trump als Reaktion auf einen möglichen Angriff Nordkoreas angekündigt.

Nun zeige sich "Feuer und Zorn" in Charlottesville, wo fackeltragende Rechtsradikale "Blut und Boden" und andere Nazi-Parolen skandierten. Bilder zeigten weiße Männer, die den Hitlergruß zeigten.

Am Samstagabend, so sieht es aus, ist ihr Hass in Gewalt umgeschlagen.

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