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12/08/2017 10:41 CEST | Aktualisiert 12/08/2017 13:08 CEST

"Blut und Boden": Nazis und Rechtsextreme ziehen mit Fackeln durch US-Stadt Charlottesville

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"Blut und Boden": Nazis und Rechtsextreme ziehen mit Fackeln durch US-Stadt Charlottesville

  • In der US-Stadt Charlottesville spielten sich bei einer Demonstration der sogenannten Alt-Right erschreckende Szenen ab

  • Rechtsextreme und Anhänger des Klu-Klux-Clans zogen mit Fackeln durch die Stadt und grölten Nazi-Parolen

In der Nacht zum Samstag marschieren ein paar hundert weiße Männer durch die idyllische Universitätsstadt Charlottesville im US-Bundesstaat Virginie. Sie brüllen: "Ihr werdet uns niemals ersetzen" und skandieren Nazi-Parolen wie "Blut und Boden".

Es sind gespenstische Bilder, die viele Nutzer auf Twitter dramatisch an die Fackelzüge der SA zu Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland erinnerten.

Zusammenstöße mit Gegendemonstranten und der Polizei

Der Aufmarsch der rechten Hass-Botschafter, die sich der Bewegung der Alt-Right zurechnen, lief nicht ohne Gewalt ab. Auf dem Campus der University of Virginia kam es zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten und der Polizei. Die Beamten mussten die Gruppen trennen und Pfefferspray gegen die rechten Krawallmacher einsetzen.

Diese zogen auch den Tag über durch Charlottesville, zusammen mit Anhängern des Klu-Klux-Clans. Die angemeldete Demo lief unter dem Motto "Unite the right" - "Vereint die Rechten".

Organisiert hatte den Aufmarsch ein bekannter Rechter namens Jason Kessler. Auf Twitter schrieb er zu der Demonstration: "Unglaublicher Moment für weiße Menschen, die genug haben und es nicht mehr hinnehmen wollen."

Zusammenstöße mit Gegendemonstranten und der Polizei

Der Bürgermeister von Charlottesville, Richard Spencer, zeigte sich entsetzt von der Aktion der Rechtsextremen. "Wenn ich an Fackeln denke, will ich an die der Freiheitsstatue denken", sagte er der "New York Daily News". "Ich will an Kerzenlicht und Gebetskerzen denken. Stattdessen sehen wir hier eine feige Parade des Hasses, des Rassismus und der Intoleranz."

Josh Marshall, Redakteur und Verleger der Zeitung der Stadt, "The Daily Progress", twitterte das Titelbild der neusten Ausgabe. Darauf zu sehen das Bild der fackelschwingenden Horde, unter der Überschrift "Feuer und Zorn" - eine klare Anspielung auf Donald Trump, der mit diesen Worten Nordkorea gedroht hatte.

"Ein schreckliches Bild", schrieb Marshall", "aber es fängt so viel ein. So unglaublich viel."

Auch das war wohl eine Anspielung auf Donald Trump: Der US-Präsident ist immer wieder durch seinen Rassismus aufgefallen. Viele Kritiker in den USA werden ihm vor, fremdenfeindliche Stimmungen im Land anzuheizen.

Mit Material der AP

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(jz)

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