LIFESTYLE
11/08/2017 14:02 CEST | Aktualisiert 12/08/2017 01:35 CEST

Studie: Wenn Kinder nicht genug schlafen, kann das für sie diese erschreckenden Folgen haben

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Ausreichend Schlaf ist für Kinder besonders wichtig.

  • Eine US-Studie zeigt: Schlafmangel hat enormen Einfluss auf die Gesundheit von Kindern

  • Zu wenig Schlaf kann den Alterungsprozess beschleunigen

  • Zudem kann die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt sein

Wenn Kinder müde sind, ist das für ihre Eltern oftmals ganz schön anstrengend. Denn bis sie einschlafen, maulen manche Kinder so lange, bis ihnen dann endlich doch die Augen zufallen und sie ins Land der Träume reisen.

Das Bedürfnis nach Schlaf ist in uns Menschen tief verankert - und zu wenig davon kann für Erwachsene wie Kinder ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben.

Wie amerikanische Forscher nun herausfanden, kann zu wenig Schlaf bei Kindern sogar einen schnelleren Alterungsprozess herbeiführen.

Die Forscher analysierten die Daten von 1567 Kindern

Die Wissenschaftler der Universität Princeton analysierten in einer Studie die Daten von 1567 Kindern im Alter von neun Jahren aus diversen amerikanischen Großstädten. Sie analysierten die Dauer des Schlafes der Kinder im Zusammenhang mit der Länge der Telomere der jungen Studienteilnehmer.

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Telomere befinden sich an den Enden der menschlichen Chromosome, die ohne diese Schutzkappen nicht in einer Zelle überleben können. Da sich in den Telomeren Erbgut befindet, spielen sie insbesondere bei der Zellteilung eine entscheidende Rolle.

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Telomere stehen im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess

Je länger die Telomere sind, umso öfter kann sich eine Zelle teilen. Werden die Telomere jedoch zu kurz, können sich die betroffenen Zellen nicht weiter teilen und sterben schließlich.

Daher können verkürzte Telomere insbesondere auf Kinder, deren Zellen sich deutlich häufiger teilen als die eines Erwachsenen, negative Auswirkungen haben.

Verkürzte Telomere stehen erwiesenermaßen im Zusammenhang mit Stress und gehen einher mit einem beschleunigten Alterungsprozess. Doch auch eine ungesunde Ernährung kann sich negativ auf die Länge der Telomere auswirken und somit die Lebensdauer verkürzen.

Wie die Forscher nun feststellten, wiesen Kinder, die zu wenig Schlaf bekamen, kürzere Telomere auf als ihre Altersgenossen mit ausreichend Schlaf.

Jede Stunde des nächtlichen Schlafes zählt

Dabei zeigte sich, dass jede fehlende Stunde des nächtlichen Schlafes bereits mit einer signifikanten Verkürzung der Telomere einhergeht. Dieses Phänomen zeigte sich bei allen Kindern ohne Unterschied zwischen den Geschlechtern, der Herkunft oder des sozialökonomischen Status.

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Die Wissenschaftler bestätigten auch den Zusammenhang, dass eine zu kurze Schlafdauer das Risiko für erhöhten körperlichen Stress und eine geschädigte Gesundheit erhöht.

Wie eine Studie der Klinik für Pneumologie des Universitätsspitals Zürich beweist, kann Schlafmangel bei Kindern bewirken, dass diese ein größeres Bedürfnis nach Tiefschlaf haben - ausgerechnet in Gehirnregionen, die sich noch fertig entwickeln müssen.

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Schlafmangel beeinflusst die Entwicklung des kindlichen Gehirns

Betroffen seien eben jene Regionen im hinteren Hirnbereich, die für das Sehen, die räumliche Wahrnehmung und die Verarbeitung multi-sensorischer Inputs zuständig sind. Sprich, die Entwicklung des kindlichen Gehirns wird beeinträchtigt.

Die Forscher der Universität Zürich gehen aufgrund ihrer Erkenntnisse davon aus, dass die Schlafqualität ein wichtiger Faktor dafür ist, wie sich die neuronalen Verbindungen während der Kindheit und Jugend entwickeln. Darum sei es entsprechend wichtig, während dieser Lebensphase ausreichend zu schlafen, rät Salome Kurt, Leiterin der Studie.

Ob verkürzte Telomere oder Beeinträchtigung der Entwicklung des Gehirns: Es bleibt die Erkenntnis, dass insbesondere für Kinder ausreichend Schlaf unerlässlich ist. Die Forscher der Princeton Universität wollen sich nun in weiterführenden Studien tiefer mit dem Thema auseinandersetzen.

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(lm)

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