Kanzlerin Merkel warnt vor einem Einsatz des Militärs in Nordkorea

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ANGELA MERKEL
Nordkorea: Bundeskanzlerin Merkel kritisiert "Eskalation der Sprache" - und warnt vor dem Einsatz des Militärs | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die "Eskalation der Sprache" in der Nordkorea-Krise kritisiert
  • Sie warnte auch vor einem Einsatz des Militärs

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die scharfe Rhetorik in der Nordkorea-Krise kritisiert. "Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort", sagte sie am Freitag in Berlin.

Zudem rief sie dazu auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung zu verstärken. "Ich sehe auch keine militärische Lösung des Konflikts", sagte sie.

Sie halte ein militärisches Vorgehen "nicht für geboten", sagte Merkel auf die Frage, ob Deutschland im Kriegsfall an der Seite der USA stehe, berichtet die "Welt".

Merkel fordert eine enge Kooperation der betroffenen Länder

Sie forderte eine "sehr enge Kooperation der betroffenen Länder, insbesondere der USA und China", aber auch mit Südkorea und Japan, um den Konflikt zu beruhigen. Auch Deutschland wolle bei den friedlichen Lösungsmöglichkeiten "sehr intensiv" mithelfen.

Ein Journalist fragte Merkel, wie sich die Bundesrepublik im Kriegsfall verhalten werde. Die Kanzlerin entgegnete: "Ich sagte ja, dass ich eine militärische Lösung nicht sehe und nicht für geboten halte."

Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und der Führung in Pjöngjang über das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas hatte sich in den vergangenen Tagen hochgeschaukelt. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte deswegen sogar vor einem Atomkrieg gewarnt.

Am Freitag hatte Trump erneut Nordkorea mit einem Militärschlag gedroht. Auf Twitter schrieb er: "Unsere militärischen Optionen sind jetzt einsatzbereit, sie sind geladen und entsichert, wenn Nordkorea sich unklug verhält. Ich hoffe, dass Kim Jong-un einen anderen Weg findet!"

Mit Material der dpa.

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(jg)

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