"Scheiße": Martin Schulz verrät, was er denkt, wenn er auf seine Umfragewerte schaut

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MARTIN SCHULZ
Martin Schulz unterwegs in Ostdeutschland | Florian Gaertner via Getty Images
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  • Martin Schulz gibt in Ostdeutschland einen seltenen Einblick in seine aktuelle Verfassung
  • Dennoch gibt er sich trotz der miesen Umfragewerte kämpferisch

Angela Merkels Zustimmungswerte sind wegen der Dieselkrise zuletzt massiv eingebrochen: Minus zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat.

Freuen kann sich SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz darüber allerdings nicht. Denn auch er verliert im aktuellen Deutschlandtrend an Zustimmung.

Schulz geht es damit wie der gesamten SPD: Die Partei fällt seit Monaten in den Umfragen. Mittlerweile hat sie sich - je nach Institut - bei rund 22 Prozent eingependelt.

Ehrlichkeit in einem Moment des Zweifelns

In einem seltenen Moment des Zweifelns hat Schulz nun ausgesprochen, was ihm beim Blick auf die Umfragen durch den Kopf geht.

Die “Zeit” zitiert ein Gespräch zwischen Schulz und Bürgern in einem Kleingartenverein in Sachsen-Anhalt:

"Jut", sagt Schulz schließlich im rheinischen Akzent zum großen Vorsprung der CDU in diesem Wahlkampf: "Ich lese auch die Umfragen und sage 'Scheiße'."

"Scheiße" also.

Das ist durchaus eine treffende Analyse für die Lage von Schulz und der SPD.

Gedanken an die Zeit nach der Wahl

Anflüge von Zweifeln hatte es bei Schulz schon vor einigen Tagen gegeben. Der Kanzlerkandidat hatte sich zuletzt gar dazu geäußert, was er im Falle eine Wahlniederlage tun würde.

Bisher hatte er auf die Frage nach dem Ausgang der Wahl geantwortet, dass er Kanzler werden wolle. Nun sagte er: Ein Mandat im Bundestag würde er natürlich nicht ablehnen.

Und dennoch: Wer in den vergangenen Tagen die Berichte der Reporter las, die Schulz begleiten, der erfuhr, wie entschlossen sich der SPD-Kandidat gegen die Niederlage stemmt.

Trotz allem: Schulz kämpft

“Doch es gibt ihn auch, den Schulz, der diebisches Vergnügen am Wahlkampf erkennen lässt”, schreibt die “Zeit”.

Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur zitiert Schulz mit folgenden Worten: "Glauben Sie's mir, ich bin optimistisch. Und vor allem kämpferisch." Ist Niedersachsen ein Problem für die SPD? "Gar nicht", sagt Schulz. Das sei ein Problem der Grünen.

Das zeigt: Schulz hängt derzeit zwischen den Stühlen. Zwischen Zweifeln und dem unbedingten Willen, den vermeintlich aussichtslosen Kampf doch noch zu drehen.

Schulz’ Wille scheint derzeit die einzige Hoffnung darauf, dass dieser bisher so langweilige Wahlkampf doch noch spannend wird. Deutschland wäre es zu wünschen.

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(ks)

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