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11/08/2017 21:50 CEST | Aktualisiert 12/08/2017 07:25 CEST

"Was ist Trumps rote Linie?": ZDF-Moderatorin Hayali bringt die Sorgen vieler Menschen auf den Punkt

ZDF
"Was ist Trumps 'rote Linie'?": ZDF-Moderatorin Hayali äußert sich besorgt über die Nordkorea-Krise

  • ZDF-Moderatorin Hayali hat sich in einem Facebook-Beitrag besorgt über die Nordkorea-Krise geäußert

  • Gerade Trump beunruhige sie - denn was für Mittel blieben dem US-Präsidenten noch nach der rhetorischen Eskalation?

Ein bisschen nervös sei sie ja schon, schreibt ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Nach den scharfen Worten aus Washington von US-Präsident Donald Trump und den Drohgebärden aus Pjöngjang frage sie sich: "Kann es wirklich zum großen Knall zwischen Nordkorea und USA kommen?"

In einem Facebook-Beitrag äußert die Journalistin am Freitagabend ihre Sorgen. Vorsichtig schreibt sie ihre Gedanken zur derzeitigen Krise auf der koreanischen Halbinsel auf - und dürfte mit ihren Worten die Ängste vieler Menschen in diesen Tage treffend beschrieben haben.

Erst am Freitagmittag deutscher Zeit hatte US-Präsident Trump den Konflikt weiter angeheizt:

"Unsere militärischen Optionen sind jetzt einsatzbereit, sie sind geladen und entsichert, wenn Nordkorea sich unklug verhält", schickte Trump via Twitter an seine Millionen von Followern - und verstärkte einmal mehr die Ängste weltweit.

Die Ängste vor einer Eskalation, vor einem möglichen Einsatz von Atomwaffen. Von einem Feuer, wie es die Welt noch nicht gesehen habe, wie Trump das am Dienstag formuliert hatte.

Hayali bringt die derzeitigen Ängste auf den Punkt

Diese Sorgen versuchte Hayali in ihrem Beitrag in Worte zu fassen. Mit den Aussagen von Trump, schreibt sie, scheine alles möglich zu sein.

Besonders kritisiert sie Trump für dessen loses Mundwerk:

Ja, die Provokationen aus Pjöngjang haben zugenommen – aber muss ein US-Präsident wirklich sagen, dass die Waffen "geladen und entsichert sind"? Was ist denn seine "rote Linie", bis er sie entlädt? Setzt er sich als harter Mann damit nicht selbst unter Zugzwang? Gibt es verbal überhaupt noch eine Steigerung?

So ganz kann Hayali diese Situation gar nicht glauben. Manchmal denke sie, sie sei gerade "in ein Paralleluniversum reingestolpert. Man möchte sich schütteln und die Reset-Taste drücken".

Vielen ihrer Leser dürfte es ähnlich gehen. Nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, nach dem Ende des Kalten Krieges erscheint diese Neuauflage atomaren Zähnefletschens surreal.

Hoffnung gibt es natürlich auch. Dass die Politiker und Funktionäre in den USA und Nordkorea um ihre Verantwortung wissen. Um den Schaden, der entstehen könnte, sollten sie zu den Waffen greifen.

Hayali bringt das auf den Punkt:

Ich glaube an die Macht des Wortes. Im Guten, wie im Schlechten. Ich glaube daran, dass man aus der Geschichte lernen kann. Und ich glaube an die Vernunft im Menschen.

Ist das naiv? "Mag sein", antwortet die Moderatorin. "Nervös? Ein bisschen". Und wünscht allen Lesern zum Abschied ein unaufgeregtes, angenehmes Wochenende. Ihren Beitrag überschreibt sie mit: "Make love not war".

Mit ihren sorgenvollen, abtastenden Worten hat Hayali die derzeitige Stimmung offenbar getroffen. Über 2500 Menschen reagierten innerhalb von zwei Stunden auf ihren Beitrag.

Mehr zum Thema: "Emre, du endgeiler F*cker": ZDF-Moderatorin Hayali schlägt Pöbler auf Facebook mit eigenen Waffen

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(jg)

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