YouGov-Umfrage für die HuffPost zeigt: Mehr als ein Drittel der Wähler stimmt der umstrittenen Krim-Aussage von FDP-Chef Lindner zu

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CHRISTIAN LINDNER
Steht in der Kritik: FDP-Chef Christian Lindner | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Der Tabu-Bruch von FDP-Chef Lindner zur von Russland annektierten Krim hat für starke Kritik gesorgt
  • Eine YouGov-Umfrage für die HuffPost zeigt nun: Viele Wähler stimmen Lindners umstrittener Aussage zu
  • Besonders bei Männern und in Ostdeutschland ist das der Fall

Christian Lindner hat mit seiner Äußerung zur Krim ein Tabu gebrochen.

Der FDP-Chef sprach sich am Wochenende für eine Annäherung und eine Anerkennung der Krim als "dauerhaftes Provisorium" aus. Das sorgte für hitzige Diskussionen.

Doch Lindner rückt von seinen Aussagen nicht ab.

Die ukrainische Halbinsel im Schwarzen Meer war im Frühjahr 2014 von Russland annektiert wurden. Auch aus diesem Grund hatten die EU und die USA weitreichende Sanktionen gegen Moskau eingeführt.

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Vor allem Männer befürworten das "dauerhafte Provisorium"

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov, die der HuffPost exklusiv vorliegt, zeigt nun, dass viele Lindners Sicht teilen.

Insgesamt 36 Prozent der Befragten stimmten der Aussage teils oder ganz zu, dass man den gegenwertigen Status der Krim akzeptieren müsse. Allerdings lehnten genauso viele, 37 Prozent, Lindners Bemerkung auch ab. Der Rest wollte sich entweder nicht positionieren oder wusste keine Antwort.

Auffällig: Vor allem deutlich mehr Männer (45 Prozent) als Frauen (29 Prozent) befürworten, das "dauerhafte Provisorium" der Krim anzuerkennen. Zudem gaben im Osten Deutschlands (41 Prozent Zustimmung/33 Prozent Ablehnung) mehr Befragte dem FDP-Chef recht, als in den alten Bundesländern (36 Prozent Zustimmung/37 Prozent Ablehnung).

Bei den Parteianhängern zeigte sich folgendes Bild: 45 Prozent der Unions-, aber nur 36-Prozent der SPD-Anhänger befürworteten die Aussage.

Die Forscher hatten am 8. und 9. August 1000 Wahlberechtigte befragt.

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(ks)

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