LIFESTYLE
10/08/2017 15:54 CEST | Aktualisiert 10/08/2017 16:01 CEST

Eine Frau sagte ihr, sie solle ihre Brust verdecken - doch vorher hätte sie sich besser mal umsehen sollen

  • Eine Mutter wird beim Stillen in einem Museum aufgefordert, sich zu bedecken

  • Die Retourkutsche der jungen Frau begeistert Tausende auf Twitter

  • Denn ganz offensichtlich hatte die Museums-Mitarbeiterin nicht bedacht, wer sich noch im Raum befand

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Doch nach wie vor erleben Frauen immer wieder diskriminierende Situationen, wenn sie in der Öffentlichkeit ihrem Kind die Brust geben.

Eine junge Frau aus London bekam eine Zurechtweisung von einer Mitarbeiterin, als sie ihr Kind im Victoria and Albert Museum stillte.

Auf Twitter machte die Mutter den Vorfall nun publik - und das auf ziemlich lustige Art und Weise.

Ein Mitarbeiterin forderte sie auf sich zu bedecken

Die junge Frau, die anonym bleiben möchte, war mit ihrem einjährigen Kind in einer Ausstellung und setzte sich dort auf eine Bank, um ihr Baby zu stillen. Doch nach kurzer Zeit kam eine Museumsmitarbeiterin auf sie zu und forderte sie auf, ihre Brust zu verhüllen.

Mehr zum Thema: Stillende Mütter teilen die furchtbaren Kommentare, die sie sich jeden Tag anhören müssen

Der HuffPost UK sagte sie per Email: “Ich hatte eigentlich vorgehabt, diskret zu sein und mein Baby unter meiner Strickjacke zu stillen. Aber mit einem unruhigen Einjährigen ist das teilweise ganz schön schwierig.”

"Ich werfe dich aus dem Museum mit deinen nackten Brüsten"

Auch wenn die Mitarbeiterin wohl recht höflich gewesen sei, habe sie dies dennoch als übergriffig empfunden und sich geschämt. Sie bezeichnete die Aufforderung zudem als “unerfreulich” und “lächerlich”.

Lächerlich insbesondere deshalb, weil das Museum voll von nackten Frauenstatuen ist, deren Brüste zu sehen sind oder die gerade ebenfalls ihre Kinder stillen.

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Daher machte sich die Mutter einen Spass daraus, ebendiese Frauenstatuen zu fotografieren.

Zu einer Statue kommentierte sie: “Ich werfe dich aus dem Museum mit deinen nackten Brüsten.” “Aber ich bin aus Marmor.” “Oh Entschuldigung, dann ist es natürlich in Ordnung.”

Zu einer anderen Statue schrieb sie: “Entschuldigen Sie, meine Dame, aber könnten Sie sich während des Stillens bitte mit dieser Maske bedecken?”

Die junge Frau war perplex

Auch wenn sich diese Tweets sehr unterhaltsam lesen, so war die junge Frau doch ernsthaft verärgert. Sie twitterte:

“Weil meine Brustwarze eine Nanosekunde zu sehen war, während ich stillte, wurde ich im Victory and Albert Museum gebeten, mich zu bedecken. Ich bin perplex.”

Der Tweet erhielt mehr als 14000 Likes und wurde fast 8000 Mal geteilt.

Die Mutter sagte über ihren weiteren Museumsbesuch: “Ich hatte tatsächlich eine sehr interessante Zeit, während ich da im Museum herumlief und die verschiedenen Darstellungen nackter Frauen betrachtete. Das brachte mich dazu, über die gesellschaftlichen Reaktionen auf den weiblichen Körper nachzudenken.”

Offensichtlich sei die gesellschaftliche Einstellung zu Brüsten widersprüchlich und verwirrend, was für stillende Frauen nicht gerade hilfreich sei.

Stillen in der Öffentlichkeit haftet ein Stigma an

Daher entschied sich die junge Mutter, den Vorfall auf Twitter öffentlich zu machen, da sie Aufmerksamkeit auf das Thema “Stillen in der Öffentlichkeit” und das nach wie vor damit verbundene Stigma lenken will.

Nachdem ihre Tweets zunehmend viral gingen, entschuldigte sich der Direktor Tristram Hunt des Victoria and Albert Museums:

“Wir bedauern den Vorfall. Unsere Richtlinien sind klar: Frauen können ihre Kinder stillen, wo immer sie möchten und wo immer sie sich wohlfühlen. Sie sollten dabei nicht gestört werden.”

Das Museum bedauerte den Vorfall

Ein weiterer Vertreter des Museums schickte der HuffPost UK folgendes Statement:

“Wir bedauern diesen Vorfall, der so einmalig vorgekommen ist. Frauen sind willkommen zu Stillen, wo immer sie sich wohlfühlen im Victoria and Albert Museum. Ruhige Plätze sind auch für diejenigen vorhanden, die mehr Privatsphäre wünschen. Wir schulen unser Personal in unseren Richtlinien, Stillen in der Öffentlichkeit willkommen zu heißen und zu unterstützen.”

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Die Mutter war mit dieser Entschuldigung zufrieden und betonte der HuffPost UK gegenüber: “Ich bin sicher, das war ein wohlmeinender aber fehlgeleiteter Mitarbeiter, der jedoch nicht die Museumskultur repräsentiert.”

Ansichts einer sehr schönen Statue im Victoria and Albert Museum, die eine stillende Mutter darstellt, regte sie an: “Vielleicht sollte das Victoria and Albert Museum überlegen, eine Ausstellung zur Darstellung des Stillens durch die Jahrhunderte zu machen.”

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(ame)