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10/08/2017 17:18 CEST | Aktualisiert 11/08/2017 00:53 CEST

"Die Hölle über Nordkorea": Internationale Medien präsentieren auf ihren Titelblättern eine Welt vor der Apokalypse

dpa
"Die Hölle über Nordkorea": Internationale Medien präsentieren auf ihren Titelblättern eine Welt vor der Apokalypse

  • Der Nordkorea-Konflikt sorgt für Beunruhigung weltweit

  • Titelblätter internationaler Medien zeigen nach den drastischen Warnungen aus Washington und Pjöngjang eine Welt am Abgrund

Donald Trumps Drohungen an das nordkoreanische Regime halten die Welt in Atem. Auch die Medien spekulieren, wie es nun weiter geht.

Mehrere Titelblätter beschäftigen sich eindrücklich mit der Frage: Stehen wir vor der atomaren Apokalypse?

Die US-Zeitung "Daily News" bezeichnet Donald Trump in ihrer Donnerstagsausgabe als "Atomic Wedgie", also zu Deutsch etwa: "der atomare Raufbold".

Das Titelblatt zeigt Donald Trump mit Cowboyhut. Er reitet auf einer Atomrakete in einer Wolke aus Feuer.

Darunter steht: "Präsident Trumps rücksichtsloses Gerede, über Nordkorea die Hölle ausbrechen lassen zu wollen, brachte die Mitarbeiter des Außenministeriums in arge Bedrängnis. Doch Nordkorea antwortete bereits, einen Angriff auf die US-Insel Guam zu planen".

"Nur ein Narr wäre nicht alarmiert"

Bereits am 4. August veröffentlichte die britische Wochenzeitschrift "The Economist" ein ausdrucksstarkes Titelblatt. Da hatte Trump seine "Feuer und Zorn"-Rede noch nicht auf die Welt losgelassen.

Der "Economist berichtet in dem Stück "Wie ein Nuklearkrieg mit Nordkorea vermieden werden kann" über Nordkoreas Diktator:

Und da sitzt ein Mann auf einem furchterregenden Arsenal an Waffen, der sich selbst als Halbgott betrachtet und kein menschliches Leben wertschätzt – er ist Zeuge, wie Menschen mit Hämmern in seinen Gulags totgeschlagen werden. Letzte Woche ließ sein Außenministerium verlautbaren, dass sie jedes Land mit allen Waffen – 'einschließlich Nuklearwaffen' – angreifen würden, das die 'höchste Würde' des Landes bedrohe. Nur ein Narr wäre nicht alarmiert.

Auch die britische "Times" titelt am Donnerstag mit der Warnung der USA an Nordkorea.

Die Trump-Regierung warnte Nordkorea in der letzten Nacht, dass das Abfeuern einer Nuklear-Langstreckenrakete, die die USA erreichen könnte, 'das Ende des Regimes und die Zerstörung seiner Leute' bedeuten würde.

Zu sehen sind zehntausende Nordkoreaner, die an einer Demonstration für Kim Jong-un teilnahmen. Der Diktator hatte zuvor gedroht, die US-Basis auf der Insel Guam zu "neutralisieren".

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Die Erbse Trump

Gewohnt satirisch macht die "taz" am Donnerstag mit der Überschrift "Punk is not dead" auf.

Donald 'Erbse' Trump droht mit 'Feuer und Wut', Kim 'Büchse' Jong-un mit 'totalem Krieg'. Was für ein Knaller!

Die linksliberale französische Tageszeitung "Libération" präsentiert ein Titelblatt mit Doppeldeutigkeiten.

Wörtlich bedeutet "Atomes Crochus" so viel wie "verhakte Atome", zugleich aber auch: "gute Chemie". Einen guten Draht zueinander haben Trump und Kim sicherlich nicht - auch wenn der US-Präsident sich dem Nordkoreaner rhetorisch angenähert hat.

Auf die Spitze treibt das die "Libération" - und stellt Kim Jong-un mit trumpscher Föhnwelle dar:

Die US-Tageszeitung "Pacific Daily News" aus Guam titelt am Donnerstag schlicht: "Raketen-Bedrohung". Das nordkoreanische Regime hatte gedroht, mehrere Raketen auf die US-Insel abzuschießen.

Die Zeitung versucht, die Leser zu beruhigen. Gouverneur Eddie Calvo habe gesagt, dies sei nicht die Zeit für Panik. Es gebe keine bevorstehene Bedrohung für die Insel.

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