"Verbales Säbelrasseln": Deutsche Politiker kritisieren Donald Trumps Drohungen gegen Nordkorea

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SCHULZ
"Verbales Säbelrasseln": Deutsche Politiker kritisieren Donald Trumps Drohungen gegen Nordkorea | dpa
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  • Politiker der SPD und Union haben US-Präsident Trump für seine drastische Wortwahl im Nordkorea-Konflikt kritisiert
  • CDU-Politiker Hardt warf den Sozialdemokraten vor, das Thema für den Wahlkampf zu instrumentalisieren

Nun hat die Nordkorea-Krise auch die deutsche Politik und den Wahlkampf erreicht.

SPD-Politiker Martin Schulz mahnte eine verbale Abrüstung an. "Wir sind in einer Situation, wo wir der Regierung der Vereinigten Staaten sicher auch deutlich sagen müssen, dass dieses verbale Säbelrasseln zur Verschärfung des Konflikts beiträgt, und nicht zur Deeskalation", sagte der SPD-Chef am Donnerstag in Berlin.

US-Präsident Donald Trump begebe sich auf das Niveau des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un. Deutschland und alle europäischen Staaten müssten den USA klar machen, dass dies nicht ihre Politik sei, sagte Schulz.

Trump hatte Nordkorea mit "Feuer und Zorn" gedroht, das kommunistische Regime antwortete, das Militär plane, Raketen auf die US-Insel Guam abzufeuern.

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Oppermann hofft auf Tillerson

Auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Diese Eskalation der Worte ist gefährlich - und das Vertrauen in Donald Trump, rationale, langfristig abgesicherte Entscheidungen zu treffen, ist begrenzt."

Er hoffe, dass sich in den USA mäßigende Kräfte wie US-Außenminister Rex Tillerson durchsetzten. Er schlug die EU als Vermittler vor.

"Äußerst unglücklich"

Auch der Unions-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter, zeigte sich besorgt über die "Unbedachtsamkeit" des US-Präsidenten.

Donald Trump lasse sich von Nordkorea provozieren, sagte Kiesewetter im Radioprogramm SWR. "Das ist äußerst unglücklich. Wenn Trump sich weiterhin auf dieses Eskalationspotenzial einlässt, stärkt er diesen Diktator, weil Kim Jong-un dann Rechtfertigungen hat, noch stärker gegen die Opposition vorzugehen."

Auch Jürgen Röttgen (CDU) kritisierte Trump. Der US-Präsident habe sich auf das "Sprachniveau" des nordkoreanischen Diktators begeben. Das sei mit nichts zu rechtfertigen, sagte Röttgen im Deutschlandfunk.

Hardt schimpft gegen die SPD

Sein Parteikollege Jürgen Hardt wiederum keilte gegen die SPD. Er warf den Sozialdemokraten vor, das Thema für den Wahlkampf zu instrumentalisieren.

"Teile von SPD und Linken versuchen, über die Irritationen um Trumps Amtsführung auch antiamerikanische Ressentiments zu bedienen", sagte der CDU-Politiker gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

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Mit Material der dpa.

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