"Mehmet Scholl ist tot" - das steckt hinter dem Tweet, der derzeit für Wirbel sorgt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHOLL
"Mehmet Scholl ist tot" - das steckt hinter dem Tweet, der derzeit für Wirbel sorgt | dpa / screenshot / twitter
Drucken
  • Ein Tweet des "Zeit-Magazins" hat für Wirbel gesorgt - darin wurde der Tod von Ex-Fußballer Mehmet Scholl verkündet
  • Dahinter steckte der "Titantic"-Satiriker Leo Fischer

Regelmäßig lädt das "Zeit Magazin" Prominente oder Journalisten ein, den Twitter-Account des Magazins zu übernehmen. Am Donnerstag ging das allerdings nach hinten los.

Gast-Twitterer war für diese Woche der Satiriker Leo Fischer, bekannt vom Magazin "Titanic". Als die ARD das Ende der Zusammenarbeit mit Ex-Fußballer Mehmet Scholl verkündete, schickte Fischer über den Account des "Zeit Magazins" am Donnerstag eine eigene, geschmacklose Version Eilmeldung hinterher:

"Mehmet Scholl ist tot", hieß es in seinem Tweet.

Ein Kürzel von Fischer hinter dem Tweet fehlte. Das Profilbild zeigte allerdings das Gesicht des Satirikers, auf den Kopf von Ex-CDU-Politikerin Erika Steinbach montiert. Dass der Tweet also nicht vom Team des "Zeit-Magazins" stammte, war zu erahnen.

Witzig fanden es die Wenigsten

Lustig aber fanden die wenigsten Nutzer die Falschmeldung. "Nicht witzig, nicht einmal professionell", schrieb ein Nutzer, wie der Branchendienst "Meedia" berichtet. "Ihr seid so schei… Löscht euch einfach", antwortete ein anderer.

Das "Zeit Magazin" hat den Tweet mittlerweile gelöscht und sich entschuldigt. "Die Tweets wurden umgehend gelöscht, sie sind nicht mit unseren Standards vereinbar. Die Twitter-Kolumne von Leo Fischer wurde beendet."

Lichtblitze über Pjöngjang

Es war nicht die einzige Falschmeldung, die Fischer auf die Twitter-Nutzer losließ: "Eilmeldung: Südkoreanische Medien melden Explosion, Lichtblitze über Pjöngjang."

Auch hier fehlte Fischers Kürzel, das Profilbild zeigte auch wieder das Logo des "Zeit-Magazins" - als Satire war die Nachricht also nicht unmittelbar zu erkennen.

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt antwortete: "Die 'Zeit' scheint von ähnlicher Selbstzerstörungs-Sehnsucht getrieben wie Kim Jong-Un."

Satiriker Fischer schoss nach der Aktion noch gegen den "Bild"-Chef auf Twitter. "Bin etwas bestürzt, daß (sic) die Online-Politik der 'Zeit' offenbar im Springerhochhaus gemacht wird." Reichelt hatte darauf hingewiesen, dass einer von Fischers Fake-Artikeln noch online sei.

Anfang der Woche hatte das "Zeit-Magazin" noch verkündet: "Satire darf alles". Für Satiriker Fischer galt das offenbar nicht.

Mehr zum Thema: So reagiert Britney Spears nach falscher Todesmeldung

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(jg)

Korrektur anregen