Kölnerin erleidet nach Mückenstich tragisches Schicksal - und verliert Arm und beide Beine

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KRANKENHAUS
Schon ein vermeintlich harmloser Mückenstich kann tragische Folgen haben | dpa
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  • Ein Insektenstich verändert das Leben einer Kölnerin für immer
  • Sie kommt mit einer Blutvergiftung ins Krankenhaus - und überlebt nur knapp

Alles begann mit einem vermeintlich harmlosen Insektenstich - doch er sollte das Leben der Kölnerin Sonja Kujas für immer verändern.

Wie die Zeitung "Express" berichtet, wurde Kujas im März wohl von einer Mücke gestochen, als sie den Müll zur Tonne brachte. Danach fuhr sie mit Gliederschmerzen und Schwindelgefühlen ins Krankenhaus.

Dann kam die folgenreiche Fehleinschätzung der Ärzte: Obwohl sich Kujas nach Aussage ihres Mannes übergab und leichenblass aussah, wurde sie vom Klinikpersonal wieder nach Hause geschickt.

Nach Stich ins Koma gefallen

"Das kann ich bis heute nicht nachvollziehen", sagt Kujas' Mann dem "Express". Nachdem es seiner Frau immer schlechter ging brachte er sie wieder ins Krankenhaus, wo sie sofort auf die Intensivstation kam und dort ins Koma fiel.

Der Grund für ihr Leiden, wie die Ärzte später erkannten: Eine Streptokokken-Infektion, die zu einer Blutvergiftung führte.

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Die Ärzte konnten das Leben der 42-Jährigen noch retten, aber sie verlor beide Beine und ihren Unterarm.

Der tragische Fall von Kujas ist keine Ausnahme.

70.000 Tote durch Blutvergiftung

Emil Reisinger, Experte für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Rostock, beobachtet derzeit vermehrt ähnliche Fälle, wie er dem Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag sagte.

"Ein Drittel der Menschen trägt Streptokokken auf der Haut, die Krankheiten auslösen können, unter anderem auch Blutvergiftungen."

Reisinger warnt: Mit dem Aufkratzen der Mückenstiche gelangen die Bakterien in die Wunde und somit in den Blutkreislauf.

Die Bakterien können aber auch direkt über den Stich in den Körper gelangen. In der Regel werden Blutvergiftungen mit Antibiotika behandelt. Doch nicht in allen Fällen wirken sie, vor allem, wenn die Vergiftung zu spät von den Ärzten erkannt wird.

70.000 Deutsche sterben jährlich an einer Blutvergiftung, vor allem alte oder immungeschwächte Menschen, doch auch viele Babys.

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(lp)

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