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09/08/2017 16:17 CEST | Aktualisiert 09/08/2017 16:48 CEST

Messerstecher von Hamburg hatte offenbar Anschlag mit Lkw geplant

dpa
Messerstecher von Hamburg hatte offenbar Anschlag mit Lkw geplant

  • Laut einem Medienbericht hat der Hamburger Attentäter Ahmad A. gestanden, eine Attacke mit einem Lastwagen geplant zu haben

  • Er habe sich dann allerdings spontan für den Angriff mit einem Messer entschieden, bei dem er einen Menschen getötet hat

Der Messerstecher von Hamburg hatte offenbar noch grausamere Pläne. In seinem Geständnis habe er angeben, bei seiner Tat möglichst viele "Christen und Jugendliche" töten zu wollen.

Zunächst habe er überlegt, mit einem Lastwagen oder Auto loszuschlagen, wie zuletzt der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und der WDR.

Dann habe er sich spontan für ein Messer als Waffe entschieden. A. hatte in einem Supermarkt das Messer aus einer Auslage genommen, einen Menschen tödlich und sieben weitere verletzt, bis er überwältigt wurde.

Der 26-jährige Palästinenser habe demnach als "Märtyrer" sterben wollen. Er bedaure den Berichten zufolge, dass er nicht mehr Menschen habe töten können.

Vom IS beeinflusst, aber nicht beauftragt

Der Mann habe weiter gestanden, sich seit 2014 mit der radikalen Ideologie des sogenannten Islamischen Staats (IS) beschäftigt zu haben.

Von einem tatsächlichen Kontakt A.s zur Terrororganisation IS ist den Ermittlern allerdings nichts bekannt. In seinem Spind in einem Flüchtlingsheim im Norden Hamburgs fanden Ermittler zwar einen Stoffwimpel mit dem Logo des IS.

In der Haft erklärte A. aber, dass er die Tat nicht im Namen des IS begangen habe. Sein Vorbild sei der Religionsstifter Mohammed selbst.

Offen ist auch die Frage, welche Rolle eine psychische Auffälligkeit A.s spielte. Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte nach Hinweisen aus dem Umfeld von A. schon am 3. November 2016 mit ihm gesprochen, ihn als psychisch labil eingeschätzt und am 10. Januar 2017 der Polizei empfohlen, den Sozialpsychiatrischen Dienst einzuschalten.

Warum dann nichts geschah, muss noch aufgeklärt werden. Ein Gutachter soll A. nun psychiatrisch untersuchen.

Predigt soll Auslöser gewesen sein

Auslöser der Bluttat war laut A. das Freitagsgebet in einer nahen Moschee. Die As-Sahaba-Moschee in der Fuhlsbüttler Straße in Hamburg-Barmbek, nur wenige Häuser neben dem Supermarkt, hatte er kurz vor seiner Tat aufgesucht.

Der Imam dort hatte in seiner Predigt vom Tempelberg in Jerusalem gesprochen. Die As-Sahaba-Moschee hatte zwar 2015 einmal Probleme mit Radikalen. Damals hatte der salafistische Prediger Baher Ibrahim alias "Abu Abdullah" dort Unterricht für junge Leute abgehalten, bis sich die Moschee von ihm trennte.

Es spricht aber nichts dafür, dass die Tempelberg-Predigt vom 28. Juli extremistisch war oder Gewalt befürwortete. Die Auseinandersetzung in Jerusalem zwischen Muslimen und Juden hätten A. aufgewühlt, sagte er in seiner Vernehmung.

Auch für Kontakte von A. in die salafistische Szene der Hansestadt gibt es keine Hinweise. Deren zentraler Anlaufpunkt ist die Taqwa-Moschee in Hamburg-Harburg.

Seit 28. Juli sitzt Ahmad A. in Hamburg in Untersuchungshaft. Die Sicherheitsbehörden stehen in der Kritik, weil A. sich in den Monaten vor seiner Tat auffällig islamistisch geäußert hatte, ohne dass dies Konsequenzen nach sich zog. Am Mittwochnachmittag tagte dazu auch der Hamburger Innenausschuss.

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(cho)

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