Trump heizt die Nordkorea-Krise an - Bundesaußenminister Gabriel warnt vor einem Atomkrieg

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SIGMAR GABRIEL
Nordkorea-Krise: Außenminister Gabriel warnt vor Atomkrieg und vergleicht Lage mit 1. Weltkrieg | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Außenminister Gabriel hat in der Nordkorea-Krise vor einem Atomkrieg gewarnt
  • Die Rhetorik von US-Präsident Trump mache ihm Angst und Sorgen

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump an Nordkorea deutlich kritisiert und vor einem Atomkrieg gewarnt.

Eine solche Rhetorik mache Sorgen und Angst, "dass wir ähnlich wie im Ersten Weltkrieg schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren, bloß eben in diesem Fall in einen Krieg, der im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch.

Trump hatte am Dienstag gesagt, wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "mit Feuer, Wut und Macht begegnet werden, wie es die Welt so noch niemals zuvor gesehen hat".

Diese Äußerung habe zurecht viele Menschen erschreckt, sagte Gabriel.

Trump bediene sich der gleichen Rhetorik wie Nordkorea

"Diese Art von Rhetorik, diese Schlagworte, diese aggressive Sprache kommen von einem demokratisch gewählten Präsidenten der sozusagen in der gleichen Manier antwortet, wie wir es bislang vom nordkoreanischen Führer gehört haben", betonte Gabriel.

Man dürfe auf nordkoreanische Drohungen nicht "mit der gleichen aggressiven Rhetorik" reagieren und damit die Eskalationsschraube immer weiter drehen.

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"Man muss große Sorgen haben"

Gabriel verwies darauf, dass US-Verteidigungsminister James Mattis gesagt habe, ein Krieg mit Nordkorea werde zu so vielen Opfern führen würde wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

Bei einem Angriff würden die Nordkoreaner im Zweifel immer noch die Möglichkeit haben, Städte wie die südkoreanische Millionenmetropole Seoul in Schutt und Asche zu legen.

"Deswegen muss man große Sorgen haben um die Sicherheit in der Region", sagte Gabriel. "Ich kann nur hoffen, dass sich diejenigen in den Vereinigten Staaten durchsetzen, die mit einem kühlen Kopf an eine zugegebenermaßen schwierige Frage herangehen und nicht mit den Emotionen und der Aggressivität, die wir gestern erlebt haben."

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(mf)

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