WIRTSCHAFT
09/08/2017 11:39 CEST | Aktualisiert 09/08/2017 12:47 CEST

Fipronil-Eier: Darum ist Hühnerfleisch davon nicht betroffen

Francois Lenoir / Reuters
Hühnerfleisch ist bisher nicht betroffen - das liegt an der Haltung der Tiere.

  • Wegen Fipronil belasteten Eiern haben Supermärkte ihre niederländische Eier aus den Regalen genommen

  • Doch Hühnchenfleisch wird weiter verkauft

  • Wieso das Fleisch in der Theke nicht belastet ist

Der Fipronil-Skandal weitet sich aus: Belastete Eier sind in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg aufgetaucht. Supermärkte und Unternehmen rufen die betroffenen Eier und mit ihnen produzierte Lebensmittel zurück.

Die niederländische Lebensmittelüberwachung kontrolliert zudem jetzt nicht nur Eier, sondern auch Hühnerfleisch auf eine mögliche Belastung durch das Insektizid Fipronil.

Betriebe, die Hühnerfleisch und Eier produzieren, sind selten

Von den Kontrollen seien nur sehr wenige Betriebe betroffen, die sowohl Eier als auch Fleisch produzierten, sagte ein Sprecher der Überwachungsbehörde NVWA am Dienstag in Utrecht. Der Fleischverkauf sei erst dann wieder erlaubt, wenn die Kontrollen keine Hinweise auf Fipronil ergäben.

Ein Sprecher des Bauernverbandes LTO sagte, die meisten Betriebe entschieden sich entweder für Eier- oder für Fleischproduktion. "Jene, die beides machen, kann man an zwei Händen abzählen."

Fleischhersteller seien von dem Fipronil-Skandal praktisch nicht betroffen.

Warum Fleisch-Hühner nicht betroffen sind

Der Grund: Die Fleischhühner würden nach sechs Wochen geschlachtet, anschließend werde der Stall gereinigt. Dies bedeute, dass sich die Blutlaus, gegen die Fipronil verbotenerweise in Legehennen-Ställen eingesetzt wurde, gar nicht erst entwickeln könne.

Legehennen blieben hingegen etwa zwei Jahre in ihren Ställen - was für die Blutlaus vorteilhaft sei. Über Ergebnisse der Kontrollen wurden zunächst noch keine Angaben gemacht.

Was passiert mit den belasteten Legehennen?

Was mit den gut 125.000 Hennen in den betroffenen und gesperrten deutschen Betrieben passieren soll, weiß noch keiner. Die Landwirte hoffen, dass die Tiere das Fipronil wieder abbauen und wieder unbelastete Eier legen. Diese könnten unter Umständen wieder vermarktet werden.

Nach Angaben des niederländischen Bauernverbandes LTO müssen in den kommenden Tagen mindestens eine Million Hühner in etwa 150 Geflügelbetrieben getötet werden. Bis jetzt seien bereits "mehrere Hunderttausend" Hühner getötet worden. Wie viele Tiere tatsächlich getötet werden müssten, sei noch unklar.

Ob auch in Deutschland am Ende Hennen wegen des Fipronil-Skandals getötet werden sollen, steht noch nicht fest.

Mehr zum Thema: Fipronil-Eier: Betroffene Chargen-Nummern und was ihr noch wissen müsst

Mit dpa-Material.

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