NACHRICHTEN
09/08/2017 09:48 CEST

"Das Propaganda-Dokument": Mitarbeiter legen Trump zweimal täglich positive Nachrichten über ihn vor

Getty
"Das Propaganda-Dokument": Mitarbeiter legen Trump zweimal täglich positive Nachrichten über ihn vor

  • Psychologen sagen schon seit Monaten, dass US-Präsident Trump ein krankhafter Narzisst sei

  • Nun gibt es dafür einen weiteren Hinweis: Mitarbeiter überreichen Trump zweimal täglich lobhudelnde Nachrichten

Eigenlob stinkt, heißt es. Doch Donald Trump suhlt sich offenbar gerne in Selbstbeweihräucherung - zweimal täglich.

Denn seit der Amtsübernahme Ende Januar erstellen Mitarbeiter des US-Präsidenten ein speziell auf Trump zugeschnittenes Dossier. Einmal am Morgen um 9.30 Uhr und einmal am Nachmittag um 16.30 lässt sich Trump 20 bis 25 Seiten positive Nachrichten über ihn selbst geben. Das berichtet "Vice News" unter Berufung auf drei ehemalige und aktuelle Beamte des Weißen Hauses.

Wie das US-Nachrichtenportal zudem berichtet, hätten sich Ex-Stabschef Reince Priebus und der ehemalige Pressesprecher Sean Spicer gestritten, wer den Ordner Donald Trump persönlich überreichen dürfe. Beide hätten auch die Idee zu dem Dossier gehabt.

"Das Propaganda-Dokument"

Der Ordner soll Screenshots von positiven Berichten verschiedenster TV-Kanäle, Tweets, die Trump loben, Transkripte von schmeichelhaften Interviews, positive Nachrichten und manchmal sogar Bilder von Trump im Fernsehen enthalten, die ihn mächtig erscheinen lassen.

Angeblich soll die Kommunikationsabteilung des Weißen Hauses, die die Dokumente vorbereitet, bislang nur eine einzige Rückmeldung von Trump zu den Ordnern bekommen haben: "Sie müssen verdammt nochmal positiver sein." Deshalb hätten einige Mitarbeiter das Dossier schlicht als "das Propaganda-Dokument" bezeichnet, schreibt "Vice".

Auf Nachfrage von "Vice News" wollte Sean Spicer die Existenz des Ordners nicht bestätigen.

Trump, ein krankhafter Narzisst?

Doch das Vorhandensein ist durchaus plausibel: Einerseits prahlt Trump gerne über seine Errungenschaften, am liebsten auf Twitter. So schrieb der US-Präsident erst am Dienstagabend:

"Nach 200 Tagen hat kaum eine andere Regierung erreicht, was wir erreicht haben ... noch nicht einmal annähernd!"

Andererseits gibt es auch Stimmen, die in solchen Äußerungen nicht einfach eine charakterliche Schwäche sehen - sondern eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung. So warnten bereits vor Monaten renommierte Psychologen, dass Trump ein krankhafter Narzisst sei.

Sie haben nun einen weiteres Indiz für ihre These bekommen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(jg)

Sponsored by Trentino