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08/08/2017 16:47 CEST | Aktualisiert 09/08/2017 00:44 CEST

Trump behauptet, seine Anhängerschaft sei "so groß und stark wie nie" - eine Umfrage beweist das Gegenteil

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Trump behauptet, seine Anhängerschaft sei "so groß und stark wie nie" - eine Umfrage beweist das Gegenteil

  • Eine Umfrage in den USA hat ergeben: Die Beliebtheit von Präsident Donald Trump ist gesunken

  • Auch viele Republikaner wenden sich immer mehr von Trump ab

  • Der Präsident dagegen behauptet auf Twitter, das Gegenteil sei der Fall

Donald Trumps Beliebtheit ist so niedrig wie nie zuvor. Nur einer sieht das anders: Donald Trump selbst.

Eine Umfrage des Unternehmens "Firehouse Strategies and Optimus" unter 2.901 Einwohnern der US-Bundesstaaten Florida, Wisconsin, Ohio und Pennsylvania hat ergeben, dass nur noch 28,6 Prozent seiner Wähler ihn "stark befürworten". Im April waren es noch 35,3% gewesen. Die vier Bundesstaaten gelten als "Swings States". Hier wohnen besonders viele Wechselwähler - und entscheiden häufig die US-Wahl.

Bristant für Trump ist: Auch unter Anhängern seiner eigenen Partei, den Republikanern, sinkt seine Beliebtheit. Bei ihnen ist der Zuspruch von 54,1 Prozent auf 44,9 Prozent zurückgegangen. Die "abneigende Haltung" gegenüber Trump ist von 20,5 Prozent auf 27,9 Prozent gewachsen.

Donald Trump bestreitet die Ergebnisse auf Twitter

Das Unternehmen hat die Umfrage am Samstag veröffentlicht - und zog auch die Aufmerksamkeit des amerikanischen Präsidenten auf sich. Trump twitterte am Montag, dass "seine Basis stärker und größer ist als jemals zuvor (ungeachtet einiger erfundener Fake-News-Umfragen)..."

Mehr zum Thema: Trump und die Lügen

Dann folgte eine wilde Aneinanderreihung von politischen Themen – darunter die Russland-Affäre, ein "Rekord-Aktienmarkt" oder die "militärische Stärke" Amerikas.

All das habe seine Anhängerschaft näher zusammengerückt.

Zum Schluss holte Trump noch einmal zum Rundumschlag gegen die amerikanischen Medien aus, um sie als "Fake News" zu bezeichnen. Mit all den Falschinformationen der Mainstream-Medien sei es schwer vorstellbar - aber die Trump-Anhängerschaft wachse, twitterte Trump.

Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit 16 Jahren

Schwer zu glauben dagegen sei, schreibt "Washington Post"-Journalist Dave Weigel, dass Trump so miserable Umfragewerte aufweise - obwohl er das Amt von Barack Obama übernahm, als die US-Wirtschaft sich gerade wieder von der Finanzkrise erholt hatte.

Zehn Monate nach Obamas Amtsantritt hatte die Arbeitslosigkeit auf dem Höhepunkt der Krise bei 10,2 Prozent gelegen. Als Trump gewählt wurde, lag die Quote bei 4,6 Prozent.

Im Juli waren 4,3 Prozent der Amerikaner ohne Job - so wenige wie seit Mai 2001 nicht mehr. Wie der US-Nachrichtensender CNN jedoch berichtet, seien die Löhne noch nicht so stark gestiegen wie erwartet. In den vergangenen Jahren erhielten Arbeitnehmer in den USA durchschnittlich 2,5 Prozent mehr, die US-Notenbank war von einem Anstieg von bis zu 3,5 Prozent ausgegangen.

Ein weiterer Index, dass es um die US-Wirtschaft nicht so gut bestellt ist, wie Trumps Tweets glauben machen wollen: Die Hauspreise sind alarmierend hoch - höher, als vor Ausbruch der Finanzkrise.

Auch CNN bestätigt die sinkende Beliebtheit Donald Trumps in einer eigenen Umfrage. Demnach schätzen 56 Prozent der Befragten Trumps Leistung als Präsident negativ ein, während nur 38 Prozent sie positiv sehen.

Noch im Februar dieses Jahres stimmten 44 Prozent bei einer CNN-Umfrage Trumps Politik zu. Demnach verlor der amerikanische Präsident innerhalb eines halben Jahres 10 Prozentpunkte an Beliebt.

Neben Trump erhielt mit 44 Prozent bisher nur ein anderer Präsident einen ähnlich schlechten Beliebtheitswert: Bill Clinton im Jahr 1993.

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(ll)

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