3 Gründe, warum das größte Problem der Elektromobilität schon bald gelöst sein wird

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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks tankt ein E-Auto mit Solar-Energie | PATRIK STOLLARZ via Getty Images
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  • Die Bundesregierung fordert, dass schon bald Millionen E-Autos über die deutschen Straßen fahren
  • Die großen Hürden für diesen ambitionierten Plan sind zu wenig Ladestationen und zu geringe Reichweiten
  • Doch dieses Problem könnte sich bald erledigt haben - diese drei Gründe sprechen dafür

Schon 2020 sollen eine Million E-Autos auf deutschen Straßen rollen. So wünscht es sich die Bundesregierung. 2030 sollen es gar sechs Millionen sein.

Das Problem: Anfang des Jahres waren gerade einmal 34.000 Elektroautos in Deutschland zugelassen - weniger als ein Prozent aller Autos.

Noch dramatischer: 2016 sanken die Elektroauto-Zulassungen im Vergleich zu 2015 sogar.

Grund dafür: Viele Kunden haben Angst, dass die Reichweite der E-Autos zu gering ist.

Zu Recht. Bislang waren die meisten E-Autos eher nur für kurze Distanzen geeignet. Selbst aufgeladen schafft es kein Modell von München nach Berlin.

Schlimmer noch: Stromtankstellen sind rar gesät, erst recht Schnellladesäulen. Und sollte ein E-Auto-Fahrer doch einmal eine gefunden haben, dauert es ewig, bis das Auto geladen ist.

All das soll sich nun ändern. “Wenn man jetzt richtig Vollgas gibt, ist in den nächsten zwei oder drei Jahren viel möglich. Das sehen wir an der Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg”, sagte BMW-Chef Harald Krüger optimistisch in einem Interview mit der “Welt am Sonntag”.

Krüger hat Recht. Vor allem drei Gründe sprechen dafür, dass das Reichweitenproblem der E-Mobilität bald gelöst sein wird.

1. Es gibt immer mehr Ladestationen

Anfang des Jahres gab es in Deutschland rund 7400 öffentliche Möglichkeiten, das E-Auto zu laden. Diese Dosen sind an 3200 Ladestationen im Land verteilt, die oft zwei Ladepunkte haben.

Natürlich stehen die vermehrt in Großstädten. Und auch da gibt es positive und negative Entwicklungen. Laut BMW-Chef Krüger ist Hamburg ein besonders positives Beispiel. Dort sollen wegen der guten Infrastruktur statt wie bisher 70 E-Autos in BMWs Carsharing-Flotte in den nächsten zwei Jahren 550 Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung will mit 300 Millionen Euro an Fördermitteln 15.000 neue Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland errichten.

Es geht um 5000 Schnellladestationen und 10.000 Normalladestationen. Die Förderung umfasst neben der Errichtung der Ladesäule auch den Netzanschluss und die Montage.

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Außerdem hat der E-Autobauer Tesla angekündigt, sein Netz an den Schnellladestationen Supercharger weltweit von aktuell rund 5400 auf 10.000 fast zu verdoppeln - und das schon bis Ende 2017.

Ende April hatte außerdem die EU-Kommission den Bau und Betrieb gemeinsamer Ladestationen für Elektroautos von BMW, Daimler, VW mit seinen Töchtern Audi und Porsche sowie Ford genehmigt.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll eine öffentliche Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in mehreren Mitgliedstaaten schaffen. Den Anfang sollen 400 Schnellladestationen entlang stark frequentierter Autobahnen in Europa machen. Bis 2020 sollen es dann schon Tausende Stationen sein.

2. Die Ladesäulen werden immer schneller

“Wenn ich von München nach Frankfurt fahre, muss ich schnell laden können”, sagt BMW-Chef Krüger. Das dürfe dann höchsten 15 bis 20 Minuten dauern. “Technisch ist es schon jetzt möglich”, sagt Krüger.

Und damit hat er recht: Schnellladestationen schaffen es, ein Auto in rund 20 Minuten zu 80 Prozent zu laden.

Ein Problem ist allerdings, dass sich die Ladegeschwindigkeit verringert - und die Ladedauer sich damit erhöht - je mehr Autos an einer Ladestation stehen.

Stehen zum Beispiel zwei Autos an einer 50 Kilowatt-Schnellladestation, laden beide nur mit einer rund 22 Kilowatt-Leistung. Das dauert dann, je nach Modell, entsprechend länger.

Glücklicherweise tut sich auch hier etwas: Es gibt schon einige Kombi-Charge- Ladesäulen in Deutschland. An denen können dann zwei Autos mit der selben Leistung geladen werden.

3. Die Batterien werden immer besser

Die Akkus für E-Autos werden ständig weiter entwickelt - und natürlich auch immer besser. Das heißt, dass Autofahrer mit einer vollgeladenen Batterie immer mehr Kilometer fahren können.

Samsung SDI, die Abteilung für erneuerbare Energien und Lithion-Ionen-Technologie von Samsung, hat im Juni auf der North American International Auto Show in Detroit einen neuen Akku vorgestellt. Diese Batterie dürfte Samsungs Position als Zulieferer im Automarkt festigen. Nicht nur soll dieser Akku laut Samsung die Reichweite von Elektroautos erhöhen, sondern auch schneller laden als herkömmliche Batterien.

Mit einer Akkuladung soll der Wagen dann 600 Kilometer weit kommen. Außerdem ist die Batterie mit einer Schnelllade-Technik ausgestattet. So soll das Auto bereits nach einer Ladezeit von nur 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen sein - und damit bis zu 500 Kilometer weit fahren können.

Die Super-Batterie komme allerdings erst 2021 in die Massenproduktion.

Auch wenn die Batterie heute noch nicht schnell genug laden oder eine geringe Reichweite aufweisen - in den vergangenen Jahren hat sich viel getan.

Die Kapazität ist bei den meisten Modellen um fast das doppelte gestiegen - und das in nur drei Jahren.

Das gibt berechtigte Hoffnung, dass die Entwicklung weiter voran schreitet - und das größte Problem der E-Autos schon bald gelöst wird.

Electrify the World ist eine Initiative von Nissan. Als Pionier im Bereich Elektromobilität glaubt Nissan daran, dass unser jetziges Handeln zu einer nachhaltigeren Zukunft beiträgt.

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Mit Material der dpa.

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