Pärchen aus Düsseldorf muss 35 Euro Strafe zahlen - für zu laute Gespräche

Veröffentlicht: Aktualisiert:
COUPLE WINE
Pärchen aus Düsseldorf muss 35 Euro Strafe zahlen - für zu laute Gespräche | svetikd via Getty Images
Drucken
  • Wegen zu lauter Gespräche muss ein Paar aus Düsseldorf ein Ordnungsgeld von 35 Euro zahlen
  • Ein Nachbar hatte sich von der Lautstärke gestört gefühlt

Ein Pärchen aus Düsseldorf hat bei einem geselligen Freitagabend mit Freunden eine böse Überraschung erlebt. Die 26-Jährige und ihr 32-jähriger Freund luden vier Freunde in ihre Dachgeschoss-Wohnung ein, auf Pizza und Wein.

Da es ein warmer Juniabend war und sich die Hitze unter dem Dach staute, wichen die Freunde auf den Balkon im Innenhof aus. Wenig später klingelte es an der Tür. Es war das Ordnungsamt.

Ein Nachbar hatte sich wegen der Lautstärke gestört gefühlt. Doch nicht etwa wegen zu lauter Musik – sondern wegen der Gespräche.

Ordnungsgeld trotz nicht ausgesprochener Verwarnung

"Wir haben uns dann entschuldigt und vorgeschlagen, in die Wohnung zu gehen", berichteten die Betroffenen gegenüber "Der Westen".

Doch das wollten die Beamten nicht akzeptieren und entschieden sich dafür, ein Verwarnungsgeld wegen Verstoßes gegen das Landes-Immissionsschutzgesetz zu erheben.

Wenige Tage später dann die böse Überraschung: Mit der Begründung "zu lauter Gespräche" erhielt das Paar einen schriftlichen Bescheid mit einem zu zahlenden Betrag von 35 Euro.

Mehr zum Thema: Wie Sie Ärger im Treppenhaus vermeiden

Die Betroffenen sind enttäuscht: "Wir wundern uns einerseits über den Nachbarn, der sich beim Ordnungsamt beschwert, ohne uns Bescheid zu geben. Andererseits verstehen wir nicht, warum uns das Ordnungsamt ohne mündliche Verwarnung einen Bußgeldbescheid aufbrummt", zitiert der "Westen" sie.

Beamte sollen im Einzelfall entscheiden

Pikant an dem Fall ist, dass Beamte im Einzelfall entscheiden sollen, ob eine solche Maßnahme vonnöten ist. Ein Sprecher der Stadt Düsseldorf unterstützte das Vorgehen der Kollegen gegenüber "Der Westen": "Unsere Mitarbeiter sind so geschult, dass sie jeden Einzelfall bewerten können."

Man habe sich ein Bild der Lage gemacht und sich für das Bußgeld entschieden. "Das liegt aber im Ermessen der Mitarbeiter", sagte der Sprecher.

Allerdings konnte das Ordnungsamt keine Auskunft darüber geben, wie laut sich Menschen am Freitagabend auf ihrem Balkon unterhalten dürften.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg


(ll)

Korrektur anregen