Eine Fremde fragt eine Mutter, ob sie ein Foto von den Kindern machen kann – jetzt geht das Bild um die Welt

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  • Viele gestresste Eltern vergessen im Alltag, wie wichtig die kleinen Momente sind
  • Eine Mutter von vier Kindern postete ein Foto auf Facebook, das uns daran erinnern soll, wie wertvoll die kleinen Augenblicke sind
  • Eine Fremde im Supermarkt hatte das Foto aus diesem Grund von ihr und ihren Kindern gemacht

Die Amerikanerin Jess Wolfe ist mit ihren vier Kindern eine vielbeschäftigte Mutter - so beschäftigt, dass sie beim Einkaufen nicht groß darüber nachdachte, was ihr diese Augenblicke in ein paar Jahren bedeuten würden. Einkaufen mit den Kindern ist ja auch etwas Alltägliches. Etwas, dass viele Mütter jeden Tag überall tun.

Dann fragte sie eine Fremde, ob sie ein Foto von ihr und ihren Kindern machen dürfe, um die alltäglichen, kleinen, aber wichtigen Momente festzuhalten. Wolfe postete das Bild auf Facebook und teilte die süße Geschichte hinter dem sehr spontanen Familienfoto.

Sie schrieb zu dem Foto: “Ich war verschwitzt, hatte mein Baby auf dem Rücken, meine Dreijährige behauptete, dass ihr Bauch weh tun würde und dass sie unbedingt den Donut brauchen würde, den sie nach dem Mittagessen vergessen hatte zu essen, mein sechsjähriger Sohn benutzt einfach alles in Sichtweite als Waffe und mein Siebenjähriger wartete nur darauf, dass er den einzigen Dollar, den er besitzt, für irgendwas ausgeben kann. So. So sah mein Ausflug zum Supermarkt heute aus.”

Eine Fremde erinnerte sie daran, wie wichtig jeder Moment mit den Kindern ist

Während Wolfe damit beschäftigt war, ihre Einkäufe möglichst ruhig einzupacken, ohne alles fallenzulassen oder zu verlieren, fragte sie die Frau neben ihr, ob sie ein Mobiltelefon mit Fotofunktion hätte, erklärte sie weiter.

“Ich versuchte, nicht allzu genervt zu wirken, weil mir zusätzlich zu den Millionen Fragen, die ich am Tag gestellt bekomme, noch jemand eine hatte”, schrieb Wolfe und sagte mit ironischem Unterton, dass sie eines dieser ausgefallenen Telefone dabei hätte.

Die Fremde fragte sie, ob sie ein Foto von ihr und ihren Kindern machen dürfe. “Sie sagte mir, dass sie sich wünschen würde, dass sie selbst mehr Fotos von sich und ihren Kindern hätte, während sie alltägliche Dinge tun”, erinnert sich Wolfe und fügte hinzu, dass die Frau ihr bestätigte, dass auch ein einfacher Ausflug zum Supermarkt hart sein kann. "Sie sagte mir, dass das, was ich tue, wichtig sei."

“Ich werde dieses Foto und die Botschaft, die es hat, immer hoch halten”, schrieb sie weiter.

Denn es erinnert Eltern daran, dass jeder Moment mit den Kindern zählt, auch die kleinen.

“Ich hatte nicht geduscht und meine Kinder sahen ziemlich zerzaust aus"

Mit dem Post und der Geschichte dahinter berührte sie viele Eltern, ihr Post bekam mehr als 140.000 Likes und wurde etwa 24.000 Mal geteilt.

Wolfe selbst ist Fotografin und hat sich erst nicht viel von dem unerwarteten Familienfoto versprochen, wie sie im Gespräch mit der HuffPost USA sagte.

“Ich hatte nicht geduscht, meine Kinder sahen ziemlich zerzaust aus und wir waren einfach nicht zurecht gemacht”, erklärte sie. “Als professionelle Fotografin hatte ich nicht erwartet, dass mich das Foto begeistern würde. Aber ich war total überwältigt davon, dass die Frau so nett war und dass sie mich dabei festhielt, wie ich etwas total Gewöhnliches tat.”

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Deshalb entschied sie sich, das Foto und die Botschaft der Fremden auf Facebook zu teilen.

Perfekte Bilder repräsentieren unser Leben nicht

“In der Vergangenheit kommentierten meine Freunde online oft, dass unser Leben so großartig aussähe und wir so perfekt erscheinen”, sagte sie. “Aber das repräsentiert unser alltägliches Leben einfach überhaupt nicht. Ich war sehr froh darüber, diesen kleinen Einblick in unser Leben und die eindrucksvollen Worte der Frau zu teilen.”

Es habe sie dann doch sehr überrascht, wie viele Menschen sie mit dem Post erreicht hatte, sagte die vierfache Mutter. Deshalb entschied sie sich dazu, eine Facebook-Seite zu erstellen, um noch mehr Geschichten und ermunternde Worte für Eltern zu teilen.

Sie will die neu gewonnene Aufmerksamkeit nun dafür nutzen, um weitere Menschen mit der Botschaft der fremden Frau zu erreichen.

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“Ich hoffe, dass andere Mütter sehen, wie viel Schönheit in den gewöhnlichen, banalen Seiten des Mutter-Seins liegt, und dass da draußen eine sehr große Gruppe von Müttern ist, die uns unterstützen”, sagte Wolfe.

Dieser Text erschien zuerst in der HuffPost US und wurde von Marie-Theres Rüttiger aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

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(lm)

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