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08/08/2017 16:44 CEST | Aktualisiert 08/08/2017 23:35 CEST

Ein Tagebuch aus dem 19. Jahrhundert könnte endlich enthüllen, wer Jack the Ripper wirklich war

  • Das Mysterium um die Identität des Serienmörders Jack the Ripper beschäftigt auch heute noch unzählige Menschen

  • Jack the Ripper soll Ende des 19. Jahrhunderts mindestens fünf Frauen ermordet haben

  • Ein Tagebuch und neue Hinweise sollen bei der Aufklärung der Kriminalgeschichte helfen

Wer war der berühmte Serienmöder Jack the Ripper? Diese Frage ist bis heute ein ungelöstes Rätsel der Kriminalgeschichte Großbritanniens. Jack the Ripper soll Ende des 19. Jahrhunderts mindestens fünf Morde an Prostituierten im Londoner East End verübt haben.

Viele Verdächtige standen auf dem Plan und die Frage, wer nun wirklich der Mörder war, treibt Kriminologen noch bis heute um. Nun aber gibt es neue Hinweise zur Identität des Rippers, zu deutsch "Aufschlitzer", die das Geheimnis endlich lüften könnten, wie die britische Zeitung “The Telegraph” berichtet.

Mord-Geständnisse in einem Tagebuch

Vor 25 Jahren wurde ein Tagebuch in Liverpool gefunden, worin der Autor fünf brutale Morde an Frauen im Londoner East End gesteht. Außerdem ist auch vom Mord an einer Prostituierten in Manchester die Rede. Geschrieben wurde es vom Baumwollhändler James Maybrick.

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War James Maybrick der Serienmörder Jack the Ripper? Credit: Getty Images

Unterschrieben wurde mit “Hochachtungsvoll, euer Jack The Ripper”, wie in Fotos im Artikel des "Telegraph" zu sehen ist.

Doch lange Zeit wurde das 9000 Seiten dicke Tagebuch als Schwindel gehandelt und seine Authentizität in Frage gestellt. Einige sagten, dass nur der Mörder selbst die genauen Details im Buch kennen könne. Andere sahen darin eine ausgeklügelte Fälschung, die aus Informationen aus Zeitungsartikeln zusammengebastelt wurde.

Neue Forschungsergebnisse sollen zeigen, dass Maybrick Jack the Ripper gewesen sein soll

Jetzt wollen Forscher, allen voran Bruce Robinson, der Regisseur des Films “Withnail & I”, aber den Beweis für die Echtheit des Tagebuchs gefunden haben.

Die umstrittenen Memoiren sollen tatsächlich im Haus des Baumwollhändlers in Liverpool gefunden worden sein, was ihn zurück auf die Liste der Hauptverdächtigen bringt.

Das erste Mal tauchte das Tagebuch durch Mike Barrett, einem Metallhändler aus Liverpool, auf. Dieser konnte aber keine glaubhafte Erklärung dafür liefern, woher er es hatte. Angeblich erhielt er es von einem Familienfreund, der dies aber nicht bestätigen konnte, da er frühzeitig starb.

Robert Smith, der das Tagebuch 1993 veröffentlichte, und nun sein neues Buch “25 Years of The Diary of Jack the Ripper: The True Facts” mit den neuen Forschungsergebnissen veröffentlicht hat, sagte, dass man nun einen glaubhaften Weg rekonstruieren könne, der direkt zu James Maybrick führe.

Maybrick starb 1889, ein Jahr nach dem Ende der Mordserie.

Führen die Verbindungen zu James Maybrick?

1992 wurde sein Haus renoviert.

Die Forscher konnten herausfinden, dass der Finder Barrett Kontakte zu den Elektrikern Arthur Rigby, James Coufopoulos and Eddie Lyons hatte. Diese Männer waren Arbeiter bei der Firma, die die Renovierung des Hauses durchführte. An dem Tag, an dem die genannten Männer in dem Haus gearbeitet hatten, rief Barrett laut Autor Smith eine Literaturagentin in London an.

Smith sagte dem “Telegraph”: “Barrett war ein stadtbekannter bunter Charakter, der sich ständig damit brüstete, ein Autor zu sein. Als die Elektriker das Buch im Haus fanden, glaubten sie, dass er ihnen am besten dabei helfen könnte, das Buch an einen Verleger zu verkaufen.”

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Zwar hielten nicht wenige das Tagebuch für eine Fälschung, doch Smith bezweifelt stark, dass das Talent von Barrett dafür ausgereicht hätte, dass er selbst das Tagebuch geschrieben hätte.

1995 gestand Barrett sogar, dass er die Geschichte erfunden hätte, widerrief sein Geständnis aber wieder.

Die Angestellten der Renovierungsfirma haben ihre Beteiligung immer wieder bestritten, aber ihre Geschichten sind alle unterschiedlich.

Der Streit wird wohl noch ein Jahrhundert weitergehen

Smith habe nie daran gezweifelt, dass das Dokument echt sei, sagte er dem “Telegraph”. Er sieht in der Verbindung zwischen Barrett und den Elektrikern, die die Renovierung durchführten, den klaren Beweis für die Authentizität des Tagebuchs.

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Laut Smith müsse deshalb Maybrick ganz oben auf der Liste der Verdächtigen in der Mordserie des späten 19. Jahrhunderts stehen.

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Maybrick soll laut Smith Ende des 19. Jahrhunderts mindestens fünf Frauen ermordet haben. Credit: Getty Images

“Aber der Streit um die Identität des Rippers wird wohl noch ein weiteres Jahrhundert andauern", sagte Smith dem "Telegraph".

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(lm)